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Zweite Halbfinale zum Eurovision Song Contest in Belgrad: Piraten, Rentner-Rap und jede Menge Sex

Am Dienstag fand in der nicht wirklich ausgefüllten Belgrad-Arena das erste Halbfinale zum Eurovision Song Contest statt. Bei der Vorausscheidung der nordischen Länder überraschte neben den skurrilen Kostümen sogar eine Truthahnpuppe, ins Finale sind dennoch ausschließlich menschliche Musiker eingezogen. Gestern stritten sich dann noch die Balkanländer um die letzten zehn Plätze für die Show am Samstag. Die Mittel waren dieses Mal ein wenig herkömmlicher, aber dafür blieb es bis zum Schluss ein Krimi.

Das eine mal vorweg, qualifiziert haben sich die Ukraine, Kroatien, Albanien, Island, Georgien, Dänemark, Schweden, Lettland, die Türkei und Portugal. Eine Überraschung war das Scheitern der Schweiz. Paulo Meneguzzi konnte mit seinem Song "Era Stupendo" nicht genügend Anrufer für das Alpenland gewinnen. Von den 43 Bewerberstaaten haben sich nun 20 durchgesetzt und bilden zusammen mit den gesetzten Ländern Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Vorjahressieger Serbien den größten europäischen Musikwettbewerb.

Ein bisschen verrückt, wie vor drei Tagen, war es auch gestern wieder. So ging Kroatien mit den Straßenmusikern Kraljevi Ulice ins Rennen, unterstützt von einem 75-Jährigen Rapper mit Namen 75 Cent. Lettland sorgte mit der Piratenband Wolves Of The Sea für tolle Stimmung. Auch wenn Techno und Seeräuber auf den ersten Blick nicht so gut zusammenpassen, die Letten sind weiter.

So sieht eine Piratenshow aus: Lettlands "Pirates Of The Sea"


Die altbewährten Tricks wurden ebenfalls mehrfach eingesetzt. Ani Lorak zeigte sich in knappen silbernen Fransen für die Ukraine, die Tschechin Tereza Kerndlová ließ sich sogar Wind unter das ohnehin schon knappe Outfit blasen. Sex sells, Musik wird zur Nebensache könnte man meinen. Aber weit gefehlt: Die Tschechin konnte mit ihrer Stimme einfach nicht überzeugen und flog raus, es sind also nicht alle athletischen und verschwitzten Körper weitergekommen.

Im Gegenzug ist die Portugisin Vânia Fernandes mit ihrer Ballade "Senhora Do Mar" ins Finale eingezogen, und das obwohl die junge Frau gar nicht viel Haut zeigte und außerdem eher ein wenig mollig ist. Das Publikum liebte sie jedoch sofort wegen des Songs und ihrer kraftvolle Stimme und so war es auch ihr Name, den tausende von Fans im Chor sangen, als nur noch ein Platz im Finale übrig war. Wie ein Foto-Finish und ein Elfmeter-Schießen zugleich endete also das zweite Halbfinale in Belgrad. Nach so viel Rummel im Vorfeld, kann man ja eigentlich nur noch hoffen, dass die Hauptveranstaltung morgen Abend keine Enttäuschung wird.

Auch ohne Topmodelmaße ins Finale: Portugals Vânia Fernandes


Quelle: Stern.de, Welt Online

Bild: Daniel Aragay (Flickr)

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