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"Zufällig Verheiratet" und "Delicatessen" - Kino im November

Im Kino wird dieser Tage mit "Delicatessen" ein französischer Kultfilm wiederaufgerollt. Es gibt aber auch neues, z.B. die US-Komödie "Zufällig verheiratet". Auf der einen Seite haben wir eine surreale Endzeitsatire, auf der anderen Seite eine romantische Komödie aus Hollywood. Die Filmtipps Mitte November könnten damit kaum unterschiedlicher sein, versprechen aber beide auf ihre Art gute Unterhaltung.

In "Zufällig verheiratet" wird der erfolgreichen Radiomoderatorin Dr. Emma Lloyd (Uma Thurman) ihr Job zum Verhängnis. Täglich gibt sie der New Yorker Damenwelt Beziehungstipps übers Radio und realisiert gar nicht, wie viele Beziehungen sie dabei schon auf dem Gewissen hat. Privat läuft alles nach Plan, die Hochzeit mit dem schnöden Engländer Richard Bratton (Colin Firth) steht bevor, da macht sie einen entscheidenden Fehler. Sie gibt der Freundin von Feuerwehrmann Patrick (Jeffrey Dean Morgan) den Tipp, den charmanten Rüpel abzuservieren, was diese auch tut. Aber Patrick schlägt zurück. Durch einen jungen Computerhacker lässt er sich und Emma als verheiratet eintragen und denkt fortan an auch nicht daran, diesen Schwindel aufzuklären.

Trailer zur romantischen Komödie "Zufällig verheiratet"

Es kommt natürlich wie es kommen muss. Emma und Patrick fetzen sich und lernen sich dabei erst mal kennen, der ungehobelte Kerl gefällt der veklemmten Manhatten-Tussi immer besser. Sicherlich erfindet "Plötzlich verheiratet" die Komödie nicht neu und die simple Story ist vorhersehbar, aber innerhalb dieses Genres funktioniert der Film sehr gut. Die Gags sitzen, die Geschichte ist bis in die kleinsten Rollen mit liebenswert skurrilen Charaktern besetzt (u.a. dargestellt von Sam Shepard und Isabella Rosselini), und besonders die Hauptdarsteller sorgen unter der Regie von Griffin Dunne ("In Sachen Liebe", 1997) für viel Sympathie.

Der französische Film "Delicatessen" ist inzwischen unumstrittener Kult. In einer nicht näher definierten Zukunft, an einem genauso wenig festgelegten Ort in Frankreich spielt die bizarre Handlung. Die Erde hat eine globale Katastrophe hinter sich und es gibt nur wenig Nahrungsmittel für die verbliebenen Menschen. Der Metzger Clapet (Jean-Claude Dreyfus) geht dagegen an, regelmäßig stellt er neue Hausmeister ein, um sie kurze Zeit später zu Hackfleisch zu verarbeiten und den komischen Kauzen in seinem Mietshaus zum Essen zu präsentieren. Der arbeitslose Clown Louison (Dominique Pinon) ist der nächste, wäre da nicht Clapets Tochter Julie (Marie-Laure Dougnac), die sich in Louison verliebt.

Trailer zum französischen Kultfilm "Delicatessen"

Das Spielfilmdebüt von Künstler Marc Caro und Erfolgsregisseur Jean-Pierre Jeunet ("Die fabelhafte Welt der Amélie", 2001) steckt voller verrückter Einfälle und mag sich daher nie so richtig einpendeln zwischen Komödie, Drama, Horror und Romanze. Ganz sicher aber ist "Delicatessen" ein Fantasy-Film und gab mit düsteren und verschrobenen Kulissen bereits den optisch einzigartigen Stil an, der heute ein Markenzeichen Jeunets ist. Nach der ersten Aufführung 1991 ist der Film mit Preisen und guten Kritiken überhäuft worden. Die Wiederaufführung kommt gerade zur rechten Zeit, da heute kaum ein Filmemacher derart groteske Bilder mit einer so fantastischen Geschichte paart.

Ein startende US-Komödie und der wiederaufgeführte Frankreich-Kult, aber eines haben "Delicatessen" und "Zufällig verheiratet" dennoch gemeinsam: Ob man sie schon gesehen hat oder nicht, ein zweiter Kinobesuch lohnt sich in diesem November auf jeden Fall.

Quelle: kino.de
Bild: Zufällig-verheiratet.de, NeueVisionen

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