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"Wolke Neun" und "BerlinSong" - Kino Anfang September

Mit "Wolke Neun" und "BerlinSong" starten wir in den Kino-September. Damit dominiert der deutsche Film voll und ganz das Leinwandgeschehen in der ersten Woche des neunten Monats. Thematisch drehen sich die Filme um die Liebe zur Musik, die Liebe zur deutschen Hauptstadt und die Liebe im Rentenalter.

Andreas Dresens "Wolke Neun" rührte schon beim Filmfest in Cannes die Zuschauer zu Tränen. Inge (Ursula Werner) ist Mitte 60 und seit 30 Jahren scheinbar glücklich mit ihrem Werner (Horst Rehberg) verheiratet. Als sie auf den noch mal zehn Jahre älteren Karl (Horst Westphal) trifft, wirft sie das völlig aus der Bahn. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, Inges altes Leben droht dabei zu zerplatzen.

Trailer zu Andreas Dresens "Wolke Neun"

Viele internationales Lob gab es schon für Dresens humorvolles Drama, nun macht uns der Film auch endlich im Deutschlandstart stolz. "Wolke Neun" verzichtet auf übertriebenen Gefühlsdusel und ermöglicht so den genauen Blick auf die zwischenmenschlichen Beziehunghen. In einer ausnahmslos überzeugendes Darstellerriege sticht vor allem Ursula Werner heraus. Sie gibt überzeugend eine Seniorin, die sich noch mal wie ein Teenie fühlt und wird damit in den Köpfen so einiger Zuschauerinnen hängen bleiben. Lobenswert ist auch der offene und nicht zurückhaltende Umgang mit dem Thema Sex im Alter. Das ist nicht nur angemessen inszeniert, sondern sorgt auch noch für frische Bilder in einem von jungen Schönheitsidealen beherrschten Kino heute.

Der zweite Kino-Tipp führt ins Doku-Genre. In "BerlinSong" geht es um sieben Musiker aus aller Welt, die in der deutschen Haupstadt leben. Sie alle haben sich irgendwann aus Faszination für die Metropole entschieden, und sind inzwischen durch tiefe Liebe mit der Stadt verbunden. Deswegen begleitet der Regisseur Uli M. Schüppel die Musiker zu ihren Lieblingsorten in Berlin, schaut ihnen beim Beobachten und philosophieren über die Schulter und ist schließlich Zeuge, wie sie alle ihren ganz persönlichen Song über die Stadt schreiben.

Trailer zur Hauptstadt-Doku "BerlinSong"

Die Sänger und Songschreiber Elisabeth Wood, Einer Stenseng, Kat Frankie, Josepha und Phillip Conrad, Tommy Simatupang und Nathan Vanderpool kommen aus England, den Staaten, Norwegen, Holland und Australien. Verschiedene Blickwinkel sind die perfekte Vorraussetzung, um in der Musik-Szene der lebendigsten deutschen Stadt ein Lebensgefühl zu ergründen. Mit viel Poesie und tollen Songs gespickt, merkt man "BerlinSong" aber auch an, wer von allen die Stadt am meisten liebt, nämlich Regisseur Schüppel.

Ansonsten bietet der September auch noch vielseitiges: Witzige Erotik aus Japan ("Liebestoll im Abendrot"), italienischen Zeichentrick ("Winx Club") und mit "Wanted" den neuen Action-Kracher der heißen Zwillings-Mama Angelina Jolie. Dennoch, mit "Wolke Neun" und "BerlinSong" schicken wir zwei deutsche Kino-Tipps ins Rennen.

Quelle: Kino.de
Bild: Wolke9, BerlinSong

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