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'Wir sind Helden' sind erstmal raus

Die 2000 in Hamburg gegründete, aber in Berlin beheimatete Band 'Wir sind Helden' verkündet auf ihrer Homepage aus heiterem Himmel das vorläufige Band-Aus. Die Gründe? Diese reißen Judith und Co. in ihrem humoristisch gehaltenen Abschiedstext nur an.

Es wird aber angedeutet, auch in Zukunft gemeinsam oder solo auf der Bühne stehen zu wollen. Wie, wo, wann - bleibt zu diesem Zeitpunkt allerdings noch offen. Fest steht bisher nur, dass sie sich alle ihre wohlverdiente Auszeit nehmen wollen.

Judith Holofernes, Pola Roy, Jean-Michel Tourette und Mark Tavassol fanden sich vor 12 Jahren zusammen und veröffentlichten 2003 ihr erstes Album, womit sie in Deutschland gleich vier Mal den Platin Status erreichten. Mit ihren kritischen Texten und unverkennbaren Musikstil wurde auch ihr zweites Album 'Von hier an blind' ein Erfolg. Darauf folgten noch mit 'Soundso' und 'Bring mich nach Hause' zwei weitere Alben. Zwischen diesen hatte es bereits eine kurze Pause gegeben. 2011 erschien mit 'Tausend wirre Worte – Lieblingslieder 2002 – 2010' ein Best-of Album.

Und jetzt also das leise Adieu. Fans bedanken sich auf der Seite der Band für die schöne Zeit und trauern über den großen Verlust. Wir haben hier die Abschieds-Zeilen der deutschen Pop-Band 'Wir sind Helden':

Wir sind erst mal raus?

Aus der Welt? Aus dem Orbit? Aus dem Gröbs­ten? Aus der Num­mer?

"Wir sind erst mal raus" heißt: diese uns sehr liebe, wunderschöne, bescheuerte Band pausiert auf unbestimmte Zeit. Wir alle hängen sehr an diesem, unserem gemeinsamen Baby – und so haben wir trotz numeroser echter Kinder, dreier Heimatstädte und diverser Abnutzungserscheinungen festgehalten an einem immer unmöglicher werdenden Unterfangen - so lange es ging. Und dann noch ein bisschen länger.

Und deswegen sind wir jetzt, auch wenn es uns wechmuchtig* stimmt, erst mal raus. „Raus“ bedeutet hingegen nicht, dass ihr euch nicht auf Schönes aus unserer Ecke freuen könnt. Einzeln und in allen möglichen Konstellationen werden wir sicher von uns hören lassen. Sogar zu viert, vielleicht, irgendwann, vielleicht auch auf der einen oder anderen Bühne oder im Studio, aus Gaudi oder in vollem Ernst.

Der dicke Tanker*** WSH wird also für´s Erste irgendwo geparkt, in einer hübschen Bucht mit leichtem Wellengang. Und wir steigen um auf Paddelboote, oder sonst irgendwas Wendigeres. Da kann man auch besser die Hände ins Wasser halten.

Aber: besagter Tanker war uns immer ein Kreuzfahrtschiff****, und wir lassen ihn nur schweren Herzens zurück. Und ihr, vielen Dank, wart wunderbare Passagiere. Sänk juh for trävelling wis as!

Schluss jetzt mit den Seefahrtsmetaphern! Ach nee, eine muss noch: „Erst mal raus“ heißt „raus auf´s Meer.“ Nicht mehr ganz seetüchtig, aber sähnsuchtig**,
Wir sind Helden

  • * wehmütig (Ian Davenport, Produzent)
  • ** sehnsüchtig (siehe oben)
  • *** dickes, schwer zu manövrierendes Schiff mit riesigem Wendekreis
  • **** Man denke hierbei an das Kreuzfahrtschiff „Immer Essen” aus „Tote tragen keine Karos.”

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