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Wettbewerbsverzerrung beim Eurovision Song Contest?

Zunächst herrschte hierzulande optimistischer Jubel, als bekannt wurde, dass Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo den vermeintlich guten Startplatz 22 erwischte. Der Schuss könnte aber nach hinten losgehen, denn die neuen Regeln des ESC besagen, dass die Zuschauer schon während der Songpräsentation abstimmen dürfen.

Lena würde dann mit ihrem Startplatz 22 von 25 Teilnehmern erst sehr spät ins Gedächtnis der europaweiten Zuschauer gelangen. Es dürfte sicher sein, dass vorher eine Menge impulsgesteuerter Musikfans vor den Fernsehschirmen sofort zum Telefonhörer greifen, sobald ihnen ein Song gefällt. Somit haben diesmal die frühen Startnummern einen klaren Vorteil.

Der NDR, der laut BILD online eine so genannte Wildcard zog und sich den Startplatz für Lena Meyer-Landrut aussuchen durfte, verteidigt seine Entscheidung: 'Die Erfahrung mit Tele-Votings zeigt, dass die meisten Zuschauer am Ende der Show zum Telefon greifen, um für ihren Favoriten abzustimmen – deshalb liegen wir mit Platz 22 hoffentlich goldrichtig', meint Delegationsleiter Ralf Quibeldey. Diese Aussage dürfte mit Vorsicht zu genießen sein, denn mit den neuen Regeln beim ESC gibt es nun mal keinerlei Erfahrungswerte. Das deutsche TV sieht das offenbar anders. Iris Bents, Pressesprecherin des NDR sagt sogar, dass der Startplatz ganz bewusst in Hinblick auf die neuen Regeln gewählt wurde.

Der mehrfache ESC-Teilnehmer Ralph Siegel beurteilt das ganze nicht ganz so optimistisch. Er meint laut BILD, dass man auf Startplatz 22 doppelt so gut sein müsse, wie seine Vorgänger, weil die Zuschauer ja schon 21 Songs gehört hätten. Aber: 'Die 22 ist trotzdem ein sehr guter Startplatz.' Lena Meyer-Landrut kann es aber eigentlich egal sein, denn mit einer wie gewohnt bezaubernden Performance beim ESC in Oslo wird sie auch mit spätem Startplatz das europäische Publikum für sich gewinnen können.

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