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"Waltz with Bashir" und "Die Tränen meiner Mutter" - Kino am 6. November

Mit "Waltz with Bashir" und "Die Tränen meiner Mutter" startet am 6. November nahezu magisches Kino. Ersterer begündet als dokumentarischer Trickfilm fast schon ein ganz neues Genre und blickt als Festivalliebling auf monatelange Lobeshymnen der internationalen Presse zurück. Der zweite Film rückt in die Tradition der fantastischen Familienepen Südamerikas, nur, dass er in Deutschland spielt.

Der isrealische Regisseur Ari Folman erinnert sich nur dunkel an seinen Einsatz im Libanon-Krieg. In "Waltz with Bashir" setzt er sich jedoch mit seiner dunklen Vergangenheit auseinander, besucht ehemalige Kameraden und befragt sie, wirft einen Blick in die Geschichte und hinterfragt seinen persönlichen Alptraum. Die ebenso dokumentarische wie poetische Reise hat surreale Elemente und verlässt bis zum Ende nicht die Zeichentrickfassade.

Trailer zur Animations-Doku "Waltz with Bashir"

Schon als "Waltz with Bashir" auf dem Filmfest Cannes im Wettbewerb lief, sprach die Presse von einem bahnbrechenden Werk. Die Mischung von dokumentarischer Härte und bildhafter Poesie ist nur ein gelungener Aspekt dieses ungewöhnlichen Films. Das ganze als Animationsfilm zu präsentieren, ist der mutige Schritt in ein völlig neues Genre. Somit bietet Ari Folman die Seltenheit eines politisch präzisen, aufwühlenden, spannenden und visuell beeindruckenden Filmes. Zurecht wird "Waltz with Bashir" im Februar als israelischer Beitrag für die Oscarverleihung 2009 an den Start gehen.

In "Die Tränen meiner Mutter" folgt der Zuschauer dem kleinen Alex (Adrian Goessel) von seiner Heimat Argentinien nach Westberlin. Der 10-Jährige fliegt Anfang der 80er-Jahre mit seinen Eltern aus dem von Militärs unterdrückten Land in die Demokratie. Sein Vater Carlos (Rafael Ferro) und seine Mutter Lizzy (Erica Riva) gründen dort mit Freunden eine Wohngemeinschaft. Während Alex entdeckt, dass er telekinetische Fähigkeiten besitzt, leben sich seine Eltern stark auseinander.

Trailer zum Drama "Die Tränen meiner Mutter"

Das Regiedebüt des in Argentinien, Brasilien, Italien und Deutschland aufgewachsenen Peruaners Alejandro Cardenas-Amelio ist handwerklich makellos und mit großen Gefühlen inszeniert. Besonders gelungen ist die sanfte Mischung aus Familienepos, geheimnisvoller Magie und Alltagsdrama ums Erwachsenwerden. Der 13-jährige Adrian Goessel schafft es spielend leicht all diese Aspekte der Geschichte um seine Person in sein Spiel einfließen zu lassen. Er könnte einer der kommenden Shooting-Stars im deutschen Kino werden.

Die Kinostarts vom 6. November haben weder große Budgets noch große Namen zu bieten. Ein guter Film ist aber weniger auf Hollywood-Formate als auf gute Ideen angewiesen, "Waltz with Bashir" und "Die Tränen meiner Mutter" beweisen das nur zu gut.

Quelle: kino.de, imdb.com
Bild: waltz-with-bashir.pandorafilm.de, die-traenen-meiner-mutter.de

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