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Venedig: Coppola gewinnt Goldenen Löwen mit 'Somewhere'

Wie bereits erwartet hat Sofia Coppola bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen für ihr Drama 'Somewhere' bekommen. Weitere Gewinner waren der Pole Jerzy Skolimowski und der Spanier Alex de la Iglesias mit jeweils zwei Preisen. Tom Tykwers Beitrag 'Drei' wurde am Freitag verhalten aufgenommen und ging schließlich leer aus.

Mit seinem ersten deutschen Film seit über zehn Jahren konnte Tykwer Venedig nicht so begeistern wie 1998 mit 'Lola rennt'. Der Film um ein Mitvierziger-Paar, das sich in denselben Mann verliebt, krankt an Längen und einer zähen Figurenentwicklung. Zum Schluss gab es keine Preise für 'Drei'. Aus Darren Aranofskys Ballett-Thriller 'Black Swan' bekam Mila Kunis den Preis als beste Nebendarstellerin. Natalie Portman bekam den antizipierten Preis 'Coppa Volti' als beste Darstellerin nicht, der ging an die Griechin Ariane Labed. Die spielt in Athina Rachel Tsangaris Beitrag 'Attenberg' eine Frau, die alleine mit ihrem kranken Vater lebt und erst mit 23 Jahren ihre Sexualität erkundet.

Als bester Darsteller wurde Amerikaner Vincent Gallo ausgezeichnet. Seine komplett wortlose Leistung in 'Essential Killing' hatte schon am Premierentag beeindruckt. Der Film um einen durch verschneite Wälder Osteuropas fliehenden Taliban erhielt außerdem dern Spezialpreis der Jury, der polnische Regisseur Jerzy Skolimowski erhielt den Preis schon einmal 1985 für 'Das Feuerschiff'.

Besonders glücklich dürfte auch Alex de la Iglesia mit seiner Groteske 'Balada triste de trompeta' gewesen sein, der spanische Kultregisseur bekam den silbernen Löwen für die beste Regie und den Preis für das beste Drehbuch. In 'Balada triste' geht es um einen vom Schicksal gebeutelten Clown, der als Freiheitskämpfer in der Franco-Diktatur Amok läuft. Mit dieser Pulp-Version geschichtlicher Ereignisse traf er natürlich den Geschmack des befreundeten Jury-Präsidenten Quentin Tarantino.

Auch den Hauptpreis vergab Tarantino an eine Freundin, genaugenommen sogar eine Ex-Freundin. Sofia Coppola bekam, wie erwartet, den Goldenen Löwen für ihr Drama 'Somewhere'. Der Film über die innere Leere eines Filmstars und die Beziehung zu seiner Tochter wurde für seine detailierte künstlerische Handschrift gelobt. Tarantino begründete laut 'FR Online': 'Vieles, was wir bei anderen Wettbewerbsfilmen bewunderten, hatten wir eigentlich schon bei ihr bewundert, nur war es da noch vollkommener.' Überschattet wurde die Übergabe des Löwen von Buh-Rufen politischer Natur: Coppola bedankte sich beim italienischen Koproduzenten Medusa, das Unternehmen ist Teil des Berlusconi- Imperiums.

Definitiv hielten die 67. Internationalen Filmfestspiele von Venedig, was sie versprachen und retten das Festivaljahr nach schwachen Vorstellungen in Cannes und Berlin auf abwechslungsreiche und elegante Weise.

Die wichtigsten Preise in Venedig
  • Goldener Löwe (Bester Film): 'Somewhere' von Sofia Coppola
  • Silberner Löwe (Beste Regie): 'Balada triste de trompeta' von Alex de la Iglesia
  • Spezialpreis der Jury : 'Essential Killing' von Jerzy Skolimowski
  • 'Coppa Volpi' (Bester Schauspieler): Vincent Gallo in 'Essential Killing' von Jerzy Skolimowski
  • 'Coppa Volpi' (Beste Schauspielerin): Ariane Labed in 'Attenberg' von Athina Rachel Tsangari
  • Marcello-Mastroianni-Preis (beste schauspielerische Nachwuchsleistung): Mila Kunis in 'Black Swan' von Darren Aronofsky
Bild: www.labiennale.org

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