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Über Nacht zum YouTube-Star: Susan Boyle

In England beerbt eine leicht verschrobene Sängerin namens Susan Boyle gerade den "Britain's Got Talent"-Star Paul Potts. Die 48-Jährige sang in der aktuellen Staffel der britischen Casting-Show vor und wurde am Wochenende ausgestrahlt. Der Auftritt haute Jury wie Publikum um und erreichte auf YouTube weit über 5 Millionen Hits, seit er am Samstag hochgeladen wurde.

Es ist ein ganz ähnlicher Effekt wie vor knapp zwei Jahren beim Tenor Paul Potts oder im letzten Jahr beim deutschen Gegenstück "Das Supertalent" Michael Hirte mit seiner Mundharmonika. Da kommt jemand auf die Bühne, sieht nicht aus wie ein Star, benimmt sich nicht so, die Jury schreibt den Kandidaten innerlich schon ab, das Publikum lacht. Dann stellt sich diese Person ans Mikrofon und treibt allen Anwesenden nur durch ihr Talent die Tränen in die Augen. Susan Boyle ist pummelig, hat zersaustes Haar und seltsam buschige Augenbrauen. Ihre Kleidung wirkt ähnlich unbeholfen wie sie selbst, als sie sich der Jury und dem Publikum vorstellt.

Simon Cowell, der britische Dieter Bohlen, musterte sie nur skeptisch. Es machte die Sache auch nicht viel besser, dass sie von ihrer Arbeitslosigkeit erzählte und offenbarte, dass sie noch niemals in ihrem Leben richtig geküsst worden sei. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie schon zur Lachnummer verkommen, da fing sie an zu singen. Sie performte den Musical-Hit "I Dreamed A Dream" aus "Les Miserables" und schnell kippte die Stimmung um. Das Publikum kaum aus dem Staunen nicht mehr heraus, die Jurorin Amanda Holden war zu Tränen gerührt. Cowell nannte Susan Boyles Stimme schlicht "außerordentlich" und der dritte Juror Piers Morgan sagte: "Ohne Zweifel war das die größte Überraschung, die ich in den drei Jahren dieser Show erlebt habe."

Susan Boyle beim ersten Casting: Die Jury war hin und weg

Susan Boyle machte also schon mal einen kometenhaften Aufstieg: Fromme Kirchenmaus, belächelte Castingshow-Kandidatin, gefeierter YouTube-Star. Plötzlich steht sie als Favoritin bei "Britain's Got Talent" dar und wenn es so weiter geht, dann wird man in der internationalen Hitparaden bald genauso viel von Susan Boyle hören wie von Paul Potts.

Bild: DailyMotion.com

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