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Tracy Chapmans neues Album "Our Bright Future"

Die Kultmusikerin Tracy Chapman meldet sich mit einem neuen Album zurück. Ihr achtes Studiowerk betitelt die inzwischen 44-Jährige lieblich bis sarkastisch mit "Our Bright Future", der politisch engagierte und sozialkritische Stil ist Chapman seit ihrem letzten Album "Where You Live" (2005) nicht abhanden gekommen.

Die in Cleveland, Ohio, geborene Tracy Chapman studierte einst Amerikanistik und Anthropologie in der Nähe von Boston und schrieb bereits zu der Zeit ihre eigenen Songs. Im Jahr 1987 erhielt sie einen Plattenvertrag und im darauffolgenden Jahr wurde sie durch einige Live-Auftritte bekannt, bevor ihr mit ihrem Debüt "Tracy Chapman" der Durchbruch gelang. Das Album ging unter anderem in England und den USA auf Platz 1 der Charts und die Künstlerin wurde im selben Jahr mit 3 Grammy Awards ausgezeichnet. Chapmans Folk-Rock-Stil hat die Musik der späten 80er und frühen 90er stark mitgeprägt, ihre kritischen Texte stellten stets eine skeptische Bestandsaufnahme der amerikanischen Lebensweise dar. Während oft behauptet wird, die Menschen würden sich nicht kritisch mit dem Amerikanischen Traum, der Politik und dem Kapitalismus auseinandersetzen, veröffentlichte Tracy Chapman im Schnitt alle zwei bis drei Jahre ein Album. Die bis heute über 30 Millionen verkauften Exemplare beweisen, dass ihre Fans durchaus genug Skepsis für die sozialkritische Musikerin hatten.

Der Song "Fast Car" machte Tracy Chapman 1988 bekannt

Auch "Our Bright Future" erzählt nur bedingt von einer strahlenden Zukunft. Eher setzt sich Tracy Chapman skeptisch mit der Gegenwart ihres Heimatlandes auseinander und macht klar, dass sie noch immer den Saft zum Widerstand hat. Dabei scheint schon im Titeltrack die Hoffnung auf besseres teilweise in weiter ferne gerückt zu sein, wenn sie singt: "Einige der Dinge, die sich die Menschen so sehr wünschen – die Hoffnung nach Weltfrieden, nach Toleranz, nach dem Besiegen aller Krankheiten – da ist nichts Falsches dran. Es verursacht auch keine Schmerzen. Aber es gibt leider auch keinen Beweis dafür, dass es hilft."

Tatsächlich fällt der Blick alles andere als rosig aus, Chapman steht wie viele andere Amerikaner mit weit geöffneten Augen vor dem Bush -Vermächtnis. Irak, Afghanistan, die Finanzkrise, das miese Katastrophenmanagement und die Kluft zwischen Armen und Reichen. Dabei wettert Chapman aber nicht blind und unbedacht. Sie gesteht z.B. ein, dass es bei Kriegen zwei irrationale Seiten gibt, verurteilt weder Soldaten noch Selbstmordattentäter, sondern viel mehr die Drahtzieher dahinter. Nach 20-jähriger Karriere muss man aber gestehen, dass die Ausnahmemusikerin niemals so düster und verloren geklungen hat. Vielleicht hat sie die Realität noch härter gemacht, vielleicht fühlt sich Tracy Chapman erst im Amerika von 2008 erwachsen.

Die erste Auskopplung aus dem neuen Album: Der Song "Sing For You"

Dennoch ist die Hoffnung eines der zentralen Themen von "Our Bright Future", denn an einem bestimmten Punkt ist das alles, was bleibt. Tracy Chapman resümiert bereitwillig: "Alles ist möglich, allein deshalb könnte es eine leuchtende Zukunft geben." Das ist wohl auch der Gedanke, den sie auf ihrer gestern in Brüssel gestarteten Europa-Tournee verbreiten will. Immerhin sorgt der neu gewählte Präsident der USA schon für Hoffnung und bringt den "Change", vielleicht ist Tracy Chapmans neues Album die richtige Musik dazu.

Quelle: FOCUS Online
Bild: About-Tracy-Chapman.net

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