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Empörung über Toscanis Kalender mit weiblichen Genitalien

Der ehemalige Benetton-Fotograf Oliviero Toscani hat mit einem Nackt-Kalender erneut für einen Eklat in Italien gesorgt. Der Auftrag für die italienische Ausgabe des Rolling Stone zeigt vollständig Aufnahmen weiblicher Genitalien und alarmiert derzeit alle italienischen Sittenwächter.

Feministische Gruppen und der Werberat drohen die Veröffentlichung zu verhindern und auch der Gemeinderat von Florenz hat bereits eine Vernissage Toscanis verboten. Dort sollte der Jahreskalender im Rahmen der Herren-Modemesse Pitti Uomo vorgestellt werden. Die Fotos der Schamgegend von zwölf Frauen seien beleidigend, so die Begründung. Oliviero Toscani ist empört: 'Ich begreife nicht, überall sieht man Fotos von Frauen, die von der Werbung als Lustobjekte dargestellt werden. Ich habe dagegen Frauen in ganzer Natürlichkeit abgebildet. Wenn man nicht will, dass ich meinen Kalender in Florenz präsentiere, werden wir es eben woanders tun,' drohte der 69-Jährige in einem Interview.

Der Skandal-Fotograf machte die Nahaufnahmen von behaarten Schamhügeln für eine Werbekampagne des italienischen Leder-Konzerns Vera Pelle. Seine künstlerische Absicht war eigentlich, die klassische Modeindustrie zu entlarven, 'wo die Frauen in High Heels und rotem Lippenstift auftauchen - und alles gezeigt wird außer dem Genitalbereich, dem echten Herzen der Verführung. Meine Bilder zeigen einen schönen, gesunden Teil des Körpers.'

Toscani entwarf von 1982 bis 2000 die provokativen Benetton-Kampagnen und schockte nach seinem Rauswurf erneut die Öffentlichkeit mit seinen Magermodel-Bildern. Nach seinem Schamhaar-Kalender will Toscani auch schon das nächste Tabu brechen: 'Ich würde mich noch am liebsten selbst als Toter fotografieren, ich weiss nicht ob das möglich sein wird, aber vielleicht schon.'

Quelle: derstandard.at
Bild: olivierotoscanistudio.com

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