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Tierkotwette bei "Wetten, dass...?" sorgt für erhitzte Gemüter

Am Samstag verwunderte Thomas Gottschalk seine Zuschauer bei "Wetten, dass...?" mit einer echten Ekelwette: Der ein oder andere musste schon schmunzeln, als zwei Karlsruher Tierpfleger angaben, Zootiere am Geruch ihres Kots zu erkennen. Als die Wette dann lief, fiel es einem wie Schuppen von den Augen: Klar, Gottschalk befand sich im Quotenkampf mit dem Finale des RTL-Dschungelcamps. Es gab also nur noch Ekel am Samstagabend im deutschen Fernsehen, eine CSU-Politikerin fand das allerdings ganz und gar nicht unterhaltsam.

In der Baden-Arena in Offenburg hatte Thomas Gottschalk wieder die ganzen großen Stars zu Gast: Neben Hollywood-Schauspieler Tom Cruise auch dessen "Valküre"-Kollege Christian Berkel, das deutsche Jung-Model Toni Garn und ihre legendäre Kollegin Jerry Hall, außerdem saß Fernseh-Star Jörg Pilawa mit auf der Couch. Sie alle waren fein gestriegelt, gut gelaunt und lauschten der wie üblich charmanten Moderation des für seine Verhältnisse fast schon unspektakulär gekleideten Gottschalks. Dann aber kam es zur Ekelwette: Die Tierpfleger Maik Wilsmann (35) und Claudia Drittel (33) aus Karlsruhe behaupteten, sie könnten die Tiere aus ihrem Zoo dem Geruch von frischen Kot zuordnen. Tatsächlich konnten die beiden fünf zufällig gewählte Proben aus 33 Tierkothaufen erfolgreich bestimmen.

Die "Bild am Sonntag" fragte Gottschalk gleich mal persönlich, ob die Kotwette seine Waffe im Quotenkampf gegen die Ekelprüfungen des Dschungelcamps waren. Der 58-Jährige antwortete: "Schließlich müssen unsere Kandidaten keine Sterne aus dem Tierkot fischen, sondern die richtige Tiersorte am Geruch erkennen. Damit nehmen die beiden Tierpfleger ihren Beruf ernst und wir unseren Bildungsauftrag." Dem konnten allerdings nicht alle Zuschauer beipflichten. Die CSU-Politikerin Angelika Niebler ist im ZDF-Fernsehrat und beschwerte sich lautstark in einem Brief an den Intendanten Markus Schächter. Es sei die Rede von "TV Widerlich und eine derartige Kulturlosigkeit" gewesen, für sie als Mitglied des Fernsehrats sei das Thema außerdem noch nicht erledigt.

Hier die Skandalwette mit dem Tierkot

Der abgeklärte Thomas Gottschalk reagierte bereits ganz lässig. "Zum ersten ist es sehr erfreulich, dass eine Europaabgeordnete sich die Zeit nimmt, ,Wetten dass..?' zu gucken", sagte er. Er sprach außerdem davon, dass seine Vorstellungen von öffentlich-rechtlichem Fernsehen sehr denen von Angelika Niebler ähneln, stellte sich aber schützend vor die Tierkotwette: "Denn wenn bei zwei Tierpflegern die Liebe zu ihren Schutzbefohlenen so weit geht, dass sie sogar deren Dung am Geruch erkennen können, ist das ein beruflicher Einsatz, den auch eine Europaabgeordnete anerkennend zu Kenntnis nehmen sollten."

Er appelierte außerdem an Niebler als Mutter, da sie in dieser Funktion schließlich auch keinen Ekel davor empfinden würde, was bei ihren Kindern "hinten wieder rauskommt". Im Quotenkampf gegen das Ekel-Camp auf RTL konnte Gottschalk mit "Wetten, dass...?" am Samstag übrigens sowohl von Sieg als auch von Niederlage sprechen. Im Durchschnitt sahen 10,63 Millionen Zuschauer zu, knapp 3,5 Millionen mehr als bei RTL. In der Werberelevanten Zielgruppe hatte das Dschungelcamp allerdings die Nase vorn...trotz Tierkotwette bei "Wetten, dass...?".

Quelle: Welt Online, Stern.de, Bild.de
Bild: YouTube

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