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"taH pagh taHbe' - Shakespeare auf Klingonisch

Shakespeare auf Klingonisch? Was wie der unerfüllte Traum aller Star Trek-Fans mit Anglistikabschluss klingt, wird in Washington demnächst wahr. Am 25. September feiert die Washington Shakespeare Company ihren Geburtstag mit einem Shakespeare-Abend auf Klingonisch. Zur Aufführung kommen dabei Szenen aus 'Hamlet' - auf Klingonisch übrigens ein durchaus subversives Stück, weil Shakespeare Hamlet zögern und nicht sofort Rache an Claudius nehmen lässt - und 'Viel Lärm um nichts'.

Die Verbindung zwischen Shakespeare, dem bedeutendsten britischen Dramatiker und dem futuristischen Star Trek-Universum, ist indes nicht neu. Referenzen an die Werke Shakespeares gibt es in vielen Folgen der TV-Serie, nicht nur von kligonischer Seite. Mal werden ganze Sätze zitiert, mal wurde ein Schiff nach Shakespeare-Figuren benannt.

Die Verbindung zwischen Shakespeare und Klingonisch, der Sprache der kriegerischen Klingonen, erfährt im Star Trek-Film 'Das unentdeckte Land' ihre entscheidende Wendung. Dort erklärt nämlich der klingonische General Chang dem etwas verdutzten Enterprise-Kapitän Kirk, dass man Shakespeare erst richtig genießen könne, wenn man ihn im Original auf Klingonisch hören würde. Und schreibt damit große Teile der menschlichen Literaturgeschichte neu...

Dass es überhaupt möglich ist, Shakespeares Werke in der Fantasiesprache Klingonisch aufzuführen, ist dem Sprachwissenschaftler Marc Okrand zu verdanken. Er wurde 1984 von der Star Trek-Produktionsfirma Paramount beauftragt, in dem Film 'Star Trek III - Auf der Suche nach Mister Spock' für besonders realistische Dialoge auf Klingonisch zu sorgen. Das Ergebnis war ein Klingonisch-Wörterbuch mit 2000 Wörtern und einer eigenen Grammatik, das 1985 als 'Klingon Dictionary' veröffentlicht wurde. Seit 1992 sorgt das Klingon Language Institute für den Erhalt der Sprache. Das Institut aus Philadelphia hat auch die Übersetzung der Stücke zu verantworten, die von der Washington Shakespeare Company auf klingonisch aufgeführt werden. Dort heißt es dann am 25. Spetember: 'taH pagh taHbe' statt 'Sein oder nicht Sein'. Ob diese Interpretation seines Werkes auf klingonisch Shakespeare gefallen hätte?

Bilder: Lincolnian (Brian)/Flickr, Youtube

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