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Steuerkritik an U2 bei Glastonbury Festival

Beim englischen Glastonbury Festival traten die irischen Superstars U2 zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder auf einem Festival auf. Einen bitteren Beigeschmack erhielt ihr Konzert allerdings durch eine tumultartige Protestaktion der Gruppe Art Uncut. Die Aktivisten ließen einen sechs Meter hohen Luftballon in den Festivalhimmel steigen, mit dem sie den Steuerstatus der Band kritisierten. U2s Glastonbury Festival Auftritt war damit ein kleines Fiasko. Musikalisch waren sie dagegen groß wie immer.

Auf dem Ballon stand in großen Lettern 'U Pay Your Tax 2' (Zahlt auch Ihr Eure Steuern). Damit wollten die Aktivisten auf den Umstand hinweisen, dass U2 ihre Steuern nicht an das Finanzkrisen gebeutelte Irland bezahlen, sondern in den Niederlanden gemeldet sind, wo sich Musiker in einer Art Steuerparadies bewegen. Die Aktion traf nicht nur bei der Festival-Security auf Missmut, die den Ballon schnellstmöglich entfernten, sondern auch Fans der Band fanden die Aktion gar nicht lustig. Es soll sogar zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen Wachleuten und rund 30 Zuschauern gekommen sein.

U2-Sänger Bono setzt sich seit Jahren gegen Armut in Afrika ein, jetzt wo seine irische Heimat aber schwerwiegende Finanzprobleme hat, wirft Art-Uncut-Aktivist Charlie Dewar dem Superstar Heuchelei vor. Nach einer Gesetzesänderung 2006 hatte die weltweit erfolgreiche Band ihren Steuerstandort in die Niederlande verlagert und konnte so Millionen Euro sparen. U2-Manager Paul McGuinness kommentierte den Vorfall auf dem Glastonbury Festival damit, dass U2 ein globales Unternehmen sei und seine Steuern daher auch global bezahle.

U2 im Interview beim Glastonbury Festival

Quelle: n-tv.de

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