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Staatsfeind Nr. 1: Rammstein

Für Skandale ist die Band Rammstein ja hinlänglich bekannt, kein Thema ist ihnen heilig und Tabus kennen die Ostberliner eigentlich nicht, aber was ein osteuropäischer Staat nun macht, das ist wohl doch des guten etwas zu viel: Weißrussland erklärt Rammstein zum Staatsfeind.

Am 7. März soll Rammstein in Minsk live auftreten. Ob es dazu tatsächlich kommen wird, steht in den Sternen, denn: 'Eine Erlaubnis für ein Rammstein-Konzert ist ein Fehler, der uns viel kosten kann', zitiert Spiegel online den Gesellschaftlichen Rat für Sittlichkeit in Weißrussland.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko, den viele für den letzten Diktator Europas halten, unterstützt den gesellschaftlichen Rat: 'Rammstein-Lieder sind Propaganda für Gewalt, Masochismus, Homosexualität und andere Abartigkeiten', meint das weißrussische Staatsoberhaupt. Rammstein würden die weißrussische Staatsordnung zerstören.

Schriftsteller Nikolai Tscherginez, Vorsitzender dieser Moralkommission, bedauere sogar, dass bereits Karten für das Konzert verkauft wurden. Für das geplante Konzert möchte er eine strenge Zensur durchdrücken. Das Programm müsse vorher genau abgestimmt werden, um Extremismus zu verhindern, meint Tscherginez.

Auch in Deutschland hatte Rammstein zuletzt Probleme mit Jugendschutzbehörden. Das Album 'Liebe ist für alle da' ist auf den Index gesetzt worden. Und in Amerika mussten Sänger Till Lindemann und Keyboarder Christian Lorenz 1998 wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses eine Nacht im Gefängnis verbringen, weil sie beim Lied 'Bück Dich' Analsex simulierten. Aber den Vogel schießt nun Weißrussland ab, das Rammstein zum Staatsfeind erklärte.

Bild: YouTube, Wikipedia

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