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"So viele Jahre liebe ich dich" und "33 Szenen aus dem Leben" - Kino im November

Gefühlvolles, europäisches Kino versprechen die Starts von "So viele Jahre liebe ich dich" und "33 Szenen aus dem Leben". Die Frauen aus beiden Filmen schließen mit ihren Lebensabschnitten aus verschiedenen Gründen ab und starten in etwas Neues. Die Frauen aus beiden Filmen sind es auch, die sie so richtig sehenswert machen.

In "So viele Jahre liebe ich dich" ist es Kristin Scott Thomas, die als Juliette das erste Mal seit 15 Jahren auf ihre jüngere Schwester Lea (Elsa Zylberstein) trifft. Das Problem ist, Juliette saß in dieser Zeit wegen Mordes hinter Gittern, verließ ihre Schwester also nicht freiwillig. Die hat inzwischen eine glückliche Familie gegründet, während an Juliette die Zeit im Gefängnis ihre Spuren hinterlassen hat. Langsam versucht sich die Frau mit ihrem neuen Leben anzufreunden und auch ihre Nichten kennenzulernen, der Neuanfang gestaltet sich aber schwieriger als erwartet.

Trailer zum deutsch-französischen Drama "So viele Jahre liebe ich dich"

Der erfolreiche Romanautor Philippe Claudel liefert mit "So viele Jahre liebe ich dich" ein beeindruckendes Regiedebüt. Damit beweist er über das geschriebene Wort hinaus ein Gefühl für Emotionen und Bilder in der passenden Komposition. Das Thema der Abkapselung einer vermeintlich resozialisierten Person reichert Claudel mit eigenen Erfahrungen an, er war lange Zeit Lehrer in einem Gefängnis. Der wahre Höhepunkt der deutsch-französischen Produktion ist allerdings die Britin Kristin Scott Thomas. Die Oscar-nominierte Hauptdarstellerin legt jedes denkbare Gefühl in die verunsicherte Figur der Juliette und zeigt dabei die vielleicht stärkste Leistung ihrer bisherigen Karriere.

In "33 Szenen aus dem Leben" zeigt das Schicksal der Fotografin Julia (Julia Jentsch) die Zähne. Innerhalb eines Jahres verliert sie ihren Mann an eine andere, ihre Eltern versterben und die bis dahin erfolgreiche Karriere bekommt einen Knick. Während alles um sie herum zerbricht und die Menschen auch dementsprechend reagieren, horcht die Künstlerin in sich hinein und setzt sich mit der Situation auf ihre Art auseinander: Statt zu resignieren fängt Julia zögerlich an, neue Kraft aus der Tragödie zu schöpfen.

Trailer zum deutsch-polnischen Drama "33 Szenen aus dem Leben"

Das besondere an "33 Szenen aus dem Leben" ist einerseits, dass das überaus tragische Moment sich schnell und konsequent in Hoffnung kehrt. Dieser Enthusiasmus ist aber zu keiner Zeit aufgesetzt oder der Wahrheit trotzende Heuchlerei. Die junge Polin Malgorzata Szumowska zeigt routinierte Regie-Arbeit gewinnt diese Glaubwürdigkeit aber vor allem durch die autobiografischen Züge. Hinzu kommt eine wie immer großartig aufspielende Julia Jentsch. Nach ihren international anerkannten Leistungen in "Der Untergang" und vor allem als Sophie Scholl brilliert sie in dieser anspruchsvollen Produktion erneut und wird Publikum wie Kritiker als Zentrum dieses Dramas begeistern.

Starke Schauspielerinnen sorgen für starkes Kino, die Filme "So viele Jahre liebe ich dich" und "33 Szenen aus dem Leben" starten am 13. November auf den deutschen Leinwänden.

Quelle: Kino.de
Bild: Alamodefilm.de, 33-szenen.realfictionfilme.de

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