Excite

"Selbstgespräche" und "39,90" - Kino am 31. Juli

Mit "Selbstgespräche" und "39,90" kommen die letzten Kinotipps für diesen Monat. Am 31. Juli starten die beiden Filme in den Kinos und können sicher den ein oder anderen begeistern. Während die deutsche Produktion "Selbstgespräche" als tragikomischer Ensemblefilm um die Liebe kreist, räumt "39,90" mit atemberaubender Geschwindigkeit spitzfindig und schonungslos mit der Welt der Werbung auf.

Der junge Sascha (Maximilian Brückner) in "Selbstgespräche" ist Callcenter-Agent, manchmal kommt seine Arbeit eben einem Plausch mit sich selbst gleich. Sascha hat große Träume, allerdings auch eine ungeplant schwangere Freundin. Der Kollege Adrian (Johannes Allmeyer) ist ein absolutes Verkaufstalent. Als Profi hat er auch nicht damit gerechnet, sich unglücklich in eine Kundin am Telefon zu verlieben. Dazu kommen noch die alleinstehende Mutter Marie (Antje Widdra), die von Männern nichts mehr wissen will und der Chef Harms (August Zirner), dessen Ehe vor dem Aus steht. Alle vier sind dadurch verbunden, dass sie das wahre Glück und Sachen Liebe nicht so richtig finden können und außerdem permanent in einen Hörer quasseln. Komik und Selbstoffenbarung sind dabei garantiert.

Trailer zur deutsche Tragikkomödie "Selbstgespräche"

Allein schon die Überzeugenden Darstellerleistungen, angeführt von Jungstar Maximilian Brückner, machen "Selbstgespräche" zum unterhaltsamen Kinobesuch. Die Figuren, allesamt Sympathieträger, reden und reden, doch sind tatsächlich unfähig wirklich zu kommunizieren. Dadurch tragen sie aber auch die leichte Ironie der Geschichte, die den Film zur milden Satire macht. Die Mischung mit den Träumen, Hoffnungen und nüchternen Erfahrungen der vier Hauptpersonen macht "Selbstgespräche" zur gefühlvoll tragischen Story, die einem dennoch nicht das Grinsen aus dem Gesicht wischt.

In "39,90" geht es um den Werbeprofi Octave Parango (Jean Dujardin). Der ist ein absoluter Yuppie und Mistkerl und arbeitet als einer der überbezahlten Kreativen für eine der größten Agenturen Frankreichs. Neben Koks und Prostituierten vertreiben ihm aber auch Selbstzweifel und Gewissenbisse die Zeit. Denn alles worum es in seiner Branche geht ist das Verkaufen. Octave findet die große Liebe, verliert sie, sinkt immer tiefer in den Drogensumpf ein und bewegt sich unaufhaltsam und schnell auf einen Punkt in seiner Karriere zu, den er selbst nicht mehr überblickt.

Trailer zur Romanverfilmung "39,90"

Quietschbunt wie die Welt der Werbung selbst kommt der Bestsellerroman "39,90" von Frédéric Beigbeder auf die Leinwand. Was hier und da wie ein überzogenes und schnelles Drogen-Drama mit viel Sarkasmus daherkommt, ist eigentlich viel ernster gemeint. Das bitterböse Bild der Werbewelt mit ihrem parasitärem Charakter wird sicher nicht so deutlich, wie im Buch. Dennoch schafft der Film es, seine Zuschauer nachdenklich zu machen und zur gleichen Zeit unterhaltsam zu bleiben. Mit vielen Effekten und außergewöhnlicher Vorgehensweise interpretiert der niederländische Regisseur Jan Kounen den großen Roman noch mal neu. Als absoluten Glücksgriff erweist sich dabei der Hauptdarsteller Jean Dujardin. Er macht die Entwicklung des leicht ambivalenten Octave von der ersten bis zur letzten Sekunde überzeugend und brilliert als ebenso arroganter wie verletzlicher Lifestyle-Junkie.

Leicht anspruchsvoll sind beide Tipps, anstrengend und schwierig zeigt sich keiner von beiden auf der Leinwand. Die Abgründe der Verkaufswelt am Telefon und in der Werbung, verbunden mit unterhaltsamen Geschichten. Wer das interssant findet, sollte am 31. Juli ins Kino gehen, wenn "Selbstgespräche" und "39,30" starten.

Quelle: kino.de
Bild: Filmlichter, AlmoderFilm

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017