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Seit gestern im Kino: "Jugend ohne Jugend"

Mit "Jugend ohne Jugend" meldet sich der meisterhafte Francis Ford Coppola zurück in die Welt des Kinos. Er hat viel produziert, aber mehr als zehn Jahre ist es her, seit mit "Der Regenmacher" die letzte ganz eigene Regie-Arbeit des fünffachen Oscar-Preisträgers über die Leinwand lief. Jetzt präsentiert er ein Werk zwischen Experimentalfilm und Drama und behandelt Themen wie Alterung und Verjüngung. Die mystische Drama-Romanze "Jugend ohne Jugend" ist gestern in den deutschen Kinos angelaufen.

Im Film geht es um den 70-jährigen Professoren Dominic (Tim Roth), der in der Nacht vorm zweiten Weltkrieg an einer Lebenskrise verzweifelt. Seine Studie zur Herkunft der Sprachen ist misslungen und unvollendet und sein Körper kann dem Geist nicht Stand halten. Außerdem kommt er nicht über Laura (Alexandra Maria Lara) hinweg, die ihn vor 40 Jahren verließ. Entmutigt beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen, wird jedoch zuvor von einem Blitz getroffen. Als er im Krankenhaus aufwacht, kann er es kaum fassen: Er steckt in einem jungen Körper, mit Haaren, Zähnen und echten Gelüsten. Dominic muss durch Europa vor den Nazis flüchten, die mit ihm herumexperimentieren wollen. Er trifft eine junge Frau mit ähnlichem Erlebnis und findet eine neue Liebe.

Trailer zu "Jugend ohne Jugend"

Coppolas Leinwandrückkehr basiert auf einer Romanvorlage des Rumänen Mircea Eliade. Tim Roth liefert eine gewohnt starke Leistung ab. Genauso ist es mit Alexandra Maria Lara. Die schöne Deutsche ist selbst rumänischer Abstammung und hier gleich in drei verschiedenen Rollen zu sehen. Sie entwickelt sich zum echten Exportschlager, Francis Ford Coppola bot ihr persönlich in einem Brief die Rolle an, nachdem er sie in "Der Untergang" gesehen hatte. Im Interview mit "Stern.de" sagte Coppola: "Alexandra Maria Lara fand ich erfrischend und schön. Als Schauspielerin kann man ihr vom Gesicht ablesen, was sie fühlt."

Das Persönliche ist eine allgemeine Stärke des Films. Er ist unabhängig produziert und unscheinbar, aber mit Melancholie, routinierten Bildern und einer außergewöhnlichen Geschichte. "Jugend ohne Jugend" ist ein philosophischer Film über die Zeit, Sprache und Wiedergeburt, gleichzeitig fragt er wie wichtig Liebe, Wissen und Ruhm sind. Den großen Publikumserfolg kann Altmeister Coppola damit sicher nicht einfahren. Freunde von anspruchsvoller Unterhaltung und tollen Darstellerleistungen sollte es dennoch ins Kino ziehen, wo "Jugend ohne Jugend" seit gestern zu sehen ist.

Quelle: Kino.de
Bild: SonyPictures

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