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Sechs Berliner Wohnsiedlungen sind Weltkulturerbe

Die Unesco hat sechs Berliner Wohnsiedlungen zum Weltkulturerbe ernannt. Die Kulturorganisation der UN mit Sitz im kanadischen Québec teilte die Entscheidung am Montag mit. 40 Kandidaten bewarben sich für den Titel. Eine bis zum Donnerstag andauernde Konferenz entscheidet über die neuen Orte und Gebäude, die das Gütesiegel Weltkulturerbe erhalten. Bisher bekamen z.B. chinesische Erdgebäude, die antike Felsenstadt Hegra in Saudi-Arabien und drei iranische Klöster den Schutz der Unesco zugesichert. Die Zahl der Kultur- und Naturbesonderheiten mit dem Titel Weltkulturerbe liegt damit bei rund 850 weltweit.

Berlin freut sich inzwischen zum dritten Mal über die Auszeichnung. 1990 sind die preußischen Schlösser und Gärten von Berlin und Potsdam ernannt worden, 1999 kam die Berliner Museumsinsel dazu. Umso mehr freut sich der Senat über die Entscheidung der Unesco, die sechs Wohnsiedlungen der Moderne mit auf die Liste zu nehmen. Im Einzelnen geht es um die Hufeisensiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien, die Siedlung Schillerpark, die Gartenstadt Falkenberg, die Großsiedlung Siemensstadt und die Weiße Stadt in Reinickendorf. Damit zählt Deutschland nun 33 Stätten auf, die sich Weltkulturerbe nennen dürfen.

Die Bauten enstanden zwischen 1913 und 1932 aus Entwürfen von Architekten wie Bruno Taut, Walter Gropius uns Hans Scharoun. Sie hoben sich deutlich von der damaligen Mietskasernen ab und machten auch der ärmeren Bevölkerung ein gesünderes Leben möglich. Die Konzepte achteten stark auf Licht und Sonne in den Wohnungen und wiesen den Weg für die gesamte Bauweise des Jahrhunderts. Mit normalen Wohnsiedlungen füllt Berlin eine Nische auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer von der SPD sagte: "Wenn statt barocker Schlösser oder gotischer Dome das eigene Umfeld derartig geadelt werden soll, verleiht das natürlich der fernen Entscheidung fremder Denkmalexperten eine sehr persönliche Bedeutung."

Während sich die Berliner sehr über die Auszeichnung freuen, müssen die Dresdner immer noch befürchten, dass dem Elbtal der Titel entzogen wird. Die Unesco drohte dies an, wenn der Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke tatsächlich durchgeführt werde. Dafür beweist Berlin, dass die Stadt mehr zu bieten hat, als die üblichen Sehenswürdigkeiten. Wenn die sechs Wohnsiedlungen auch nicht mehr allzu schön anzusehen sind, so gelten sie nun dennoch als Weltkulturerbe.

Quelle: FOCUS Online
Bild: Stadtentwicklung.Berlin.de

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