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Schwache Fimfestspiele in Venedig, dafür aber mit schönem Besuch aus Hollywood

Die 65. Filmfestspiele in Venedig erhalten in den italienischen Medien überwiegend Kritik. Zu schwach war bisher die Auswahl an Filmen, zu eintönig die Themen, auch Überraschungen oder Glanzleistung gab es kaum. Mal abgesehen davon waren aber sicher ein paar Perlen dazwischen und auch seit unserem letzten Bericht hat sich einiges getan. Die ernsthafte Kandidatenauswahl für den Goldenen Löwen lichtet sich nun langsam, da sich einige Favoriten eher als Nullnummern erwiesen haben.

Lange ist es her, dass ein italienischer Film die Auszeichnung in Venedig holen konnte, doch nun sieht es gar nicht so schlecht aus für einen. Ganz oben bei den Kritikern steht zwar noch Hayao Miyazakis zauberhafter Zeichentrickfilm "Ponyo on the Cliff by the Sea", aber auch "Il Papa di Giovanni" von Pupi Avati steht hoch im Kurs. Das Drama spielt im faschistischen Italien des zweiten Weltkriegs und dreht sich um eine komplizierte Vater-Tochter-Beziehung.

Ansonsten führt das Filmfestival in Venedig mal wieder um die Welt. In "Teza" kommt ein junger Mediziner nach dem Studium in Deutschland in die Heimat nach Äthiopien zurück, um festzustellen, dass er nirgendwo zu Hause ist. Marco Bechis "The Birdwatcher" zeigt den Zusammenstoß von zivilisierten Ranchern und Indios am Amazonas in Brasilien. Der türkische Beitrag "Süt-Milk" erzählt von einem Milchmann mit Dichter- Ambitionen und Werner Schroeters "Nuit de Chien" dreht sich um einen Soldaten, der seine Liebe sucht und vor einem Regime flieht. Nach der auffälligen Frauendominanz sind das alles Filme über Männer, die ihren Platz in dieser Welt suchten, die meisten langweilten Kritiker und Publikum jedoch.

Für einigen Rummel sorgten aber Regisseur Jonathan Demme, der seine zauberhafte Schauspielerin Anne Hathaway im Gepäck hatte. Der Oscarpreisträger ("Das Schweigen der Lämmer", 1992) und die schöne Hathaway brachten damit wieder etwas mehr Hollywood-Flair nach Venedig. In ihrem Film "Rachel Getting Married" geht es um die ehemalige Drogensüchtige Kym, die seit zehn Monaten ohne Stoff auskommt, aber bei der Hochzeit ihrer Schwester auf ihre Familie und damit auf jede Menge ungewaschener Wäsche trifft. Nun haben plötzlich alle auch noch Demme auf der Rechnung für den Löwen und sprechen bei Hathaway sogar von "Oscar-reifer Leistung". Also ist es egal, wie schwach die Kritiker die 65. Filmfestspiele in Venedig auch bewerten, denn irgendwer wird den Goldenen Löwen ganz sicher gewinnen.

Hier zu den Bildern von Demme und Hathaway in Venedig

Quelle: Sueddeutsche.de, n-tv.de
Bild: LaBiennale

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