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Samuel Koch: Das Buch 'Zwei Leben' schildert seinen Wetten dass - Unfall

Als Samuel Koch im Dezember 2010 in der Wetten dass Sendung bei seiner Wette stürzte stockte in Deutschland der Atem. Sofort war allen Zuschauern klar, dass etwas Furchtbares passiert war. Er sitzt jetzt im Rollstuhl, ist vom Hals abwärts gelähmt...

Was während den Wett-Vorbereitungen und dem tragischen Augenblick passiert ist, das weiß nur Samuel Koch, der seine Erinnerungen und Empfindungen in seiner Biographie "Zwei Leben" geschildert hat. Das Buch erscheint am Montag, den 23. April, im Adeo-Verlag (17,99 Euro) und wurde in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Christoph Fasel geschrieben.

Die ersten Auszüge des Buches sind bereits online und schildern dem Leser, wie akribisch genau die Wette vorbereitet war. Vor der Sendung lagen laut Samuel Koch fünf Monate Vorbereitungen und endloses Training. Mehr als 500 solcher Sprünge habe er vorab zur Probe absolviert: "Was die Sprünge anging, war ich mir meiner Sache so sicher, dass ich mich nun mit so wichtigen Themen beschäftigte wie, welche Schutzkleidung ich anziehen sollte, in welcher Hose mein Hintern nicht so fett aussah, ob die Farbe des Helms zum Rest passte und was die Fahrer tragen sollten." Dann geht es ins Detail. 19.56 Uhr, vor Beginn der Show: "Ich hüpfe, springe, mache ein paar kleine Saltos und Dehnübungen, um meine Muskulatur warm zu halten. Mit dem Team von 'Wetten, dass..?' haben wir aus diesem Grund abgemacht, dass meine Wette als Erste drankommt."

Um 20.36 Uhr geht es los: "Fünf Autos. Vier Minuten. Die Zeit läuft. Ich laufe los. Ein Stoßgebet, durch meinen Kopf rauschen Fetzen von Psalm 23 im Schnelldurchlauf: Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Rechter Fuß, Körpergewicht nach vorne verlagern, abfedern, weiter, rasch Tempo gewinnen, Arme hoch, linker Fuß, beidbeiniger Absprung - und hoch in den Salto!"

Danach kommt das Auto, das alles ändern wird: "Jetzt kommt das längste Auto. Ein silbergrauer Audi A8. Mein Vater fährt ihn. Obwohl es ein langes Fahrzeug ist, habe ich es stets als Sprungobjekt geschätzt. Der Audi ist nämlich das flachste der Autos, die ich heute überspringen will, und mein Vater fährt mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Wieder der Psalm in meinem Kopf und meinem Herzen. Ich gebe meinem Vater das Zeichen. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal ... er bestätigt es mir ... fürchte ich kein Unglück ... linker Fuß ... denn du bist bei mir... rechter Fuß, linker Fuß, Einsprung, Absprung - hoch in den Salto! Ein Knall. Nacht."

Ein Knall. Nacht. Für alle weiteren Erinnerungen ist Samuel Koch auf seine Familie angewiesen. Die Mutter sah den Unfall als Zuschauerin in der Halle. Sie hört den Knall, mit dem Samuel auf dem Boden landet und sieht, wie er regungslos liegen bleibt. "Da wusste ich es schon: Er hat sich das Genick gebrochen. Ich betete und stammelte immer wieder: ‚Bitte, bitte mach, dass er am Leben bleibt.‘" Samuel wisse noch, wie er durch Krankenhausflure geschoben wurde: "Wie in schlechten Filmen, dachte ich. Ich sah die Lichter an der Decke über mir vorbeisausen. Mein Papa lief neben mir her, hatte seine Hand auf mir. Dieses Mal war es ernst. Sehr ernst. Für mich ging es nach dem Unfall um Leben und Tod."

Im Buch erzählt Samuel Koch also von seinem Leben vor dem Sprung und nach dem Sprung. Man erfährt wie er zu "Wetten dass ..?" kommt und wie der Unfall geschieht. Das ist der Augenblick, in dem sein zweites Leben beginnt und in welchem er nie die Hoffnung aufgibt. So will er zum Beispiel sein Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover wieder aufnehmen.

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