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Rolling Stone: Bomber-Cover sorgt für Empörung

Das legendäre Musikmagazin "Rolling Stone" sorgt dieser Tage für große Empörung: Einer der mutmaßlichen Attentäter von Boston, Dzhokhar Tsarnaev, ziert das Cover der August-Ausgabe.

"The Bomber" lautet der Titel - das Foto zeigt den 19-Jährigen als verträumt blickenden und verletzlichen jungen Mann. Schön ist er, wie gemalt sieht er aus - ganz so, wie Teenies sich ihre Stars auf dem Cover von Musikzeitschriften wünschen. Aber Moment: Dzhokhar Tsarnaev ist kein Popstar, Tsarnaev ist höchstwahrscheinlich ein Terrorist. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit seinem Bruder für die Anschläge in Boston verantwortlich zu sein. Drei Menschen kamen bei dem Bombenanschlag im April ums Leben, eines der Opfer war noch ein Kind.

Darf man einen mutmaßlichen Attentäter ablichten, als wäre er ein Idol? Die Amerikaner meinen: Nein und üben heftige Kritik an dem Titelbild des "Rolling Stone". Auf Facebook machen tausende von Amerikanern ihrer Empörung Luft. Nicht der Attentäter solle auf diese Art abgebildet werden, sondern seine Opfer, steht da geschrieben. Drei Ladenketten aus Neuengland, darunter die sehr populäre Drogerie CVS, haben beschlossen die Bomber-Ausgabe zu boykottieren. Für den Artikel, eine gut recherchierte Reportage von Janet Reitman, interessiert sich in der Diskussion um das Cover leider niemand mehr - Schade.

Ein Mörder auf dem Titelblatt - am Ende ist das gar nichts Neues: Der wohl berühmteste unter ihnen ist Che Guevara, der nach wie vor von vielen als Popstar gefeiert wird. In Wirklichkeit war er beteiligt am Bau von Konzentrationslagern auf Kuba, hat Erschießungskommandos geleitet und beschrieb in seinem Tagebuch die Lust, die er beim Töten empfand. Der Massenmörder und amerikanische Albtraum Charles Manson war auf dem Titel der "Life", Hitler wurde sogar "Mann des Jahres" in der "Times".

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