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'Rango' und 'Der Adler der neunten Legion'

Bei diesen Kinostarts stehen Helden im Vordergrund, ob echt oder eher gespielt. Im skurrilen Animationsabenteuer 'Rango' macht ein Chamäleon einen auf dicken Hose, während mit Channing Tatum im historischen 'Der Adler der neunten Legion' wirklich nicht zu spaßen ist.

Ein ziemlich mickriges Chamäleon (Stimme: David Nathan) hat eine Identitätskrise. Es wächst gefahrenlos in einem Terrarium im Südwesten der USA auf, träumt aber vom Dasein als großer Held. Die Einsamkeit in seinem Glaskasten hat das Chamäleon per se noch gar nicht begriffen, das ständige Schauspiel ist nur ein Zeitvertreib. Alles ändert sich, als das Tier bei einem Autounfall in die Freiheit gerät und mit völlig neuen Gegebenheiten konfrontiert wird.

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Nach einer Wanderung durch Wüstengegend landet das Chamäleon in der Westernstadt Dirt. Dort stellt es sich mit dem Namen 'Rango' vor und erzählt großspurig von seinen Heldentaten. Dumm nur, dass Dirt gerade wirklich einen Helden gebrauchen kann und Rango schnell zum Scheriff gemacht wird. Die Gesetzeshüter überleben in der Stadt nicht besonders lange, was unter anderem mit der fiesen Klapperschlange Jake (Stimme: Michael Kessler) und seiner Bande zusammenhängt. Rango muss in den sauren Apfel beißen und tatsächlich zu dem Helden werden, den er bis dahin nur gespielt hat.

Regisseur Gore Verbinski lehnte 'Fluch der Karibik 4' ab, um 'Rango' zu drehen und das ist genau die Form von Herzblut, die man dem Projekt durch und durch anmerkt. Emotional, witzig mit zahlreichen Bezügen zum Western-Genre und einem Haufen bizarrer Charaktere wird sich 'Rango' die Herzen der Zuschauer gewinnen und gleichzeitig Kritiker überzeugen. Den Machern ist das nach wie vor seltene Kunststück gelungen, einen Film zu drehen, der für Erwachsene funktioniert und dennoch auch Kinder unterhält. Der Score von Hans Zimmer hält dabei über 106 Minuten die Stimmung aufrecht, während die Band The BossHoss in der deutschen Synchronisation immer wieder perfekt dazwischenrockt.

Auch Marcus Aquila (Channing Tatum) aus 'Die Adler der neunten Legion' ist ein Held, allerdings einer von der klassischen Sorte. Verletzt aus dem römischen Heer entlassen, macht er sich nur mit dem britischen Sklaven Esca (Jamie Bell) auf ins unbekannte Nordbritannien, um den Legionsadler zurückzuholen. Sein Vater verlor diesen einst in der Schlacht und der junge Mann sieht darin die einzige Möglichkeit, den Namen der Familie zu retten. Regisseur Kevin Macdonald erzählt mit bekannten Gesichtern und viel Abenteuersinn eine Geschichte um Unterwerfung und Selbstbestimmung. Dabei spielt er seine Stärken als Ex-Dokumentarfilmer aus und verpasst dem Drama vor allem einen authentischen Look.

- Hier gehts zum Trailer von 'Der Adler der neunten Legion'

Die Erscheinung eines Helden ist nicht immer ganz einwandfrei auszumachen und gerade die gestern gestarteten Kinofilme spielen mit sehr unterschiedlichen Heldenszenarien. 'Der Adler der neunten Legion' und 'Rango' sprechen insofern komplett unterschiedliche Zuschauer an, empfehlenswert sind sie aber beide.

Bild: www.rangomovie.com, www.adler9- film.de

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