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Radio Multikulti und Polylux droht Einstellung

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) plant die Einstellung von Radio Multikulti sowie seines ARD-Formats Polylux, jetzt laufen die Fans und Unterstützer Sturm gegen die Ankündigungen.

Der Sender Radio Multikulti gilt als das Portal für Integration in Berlin und Deutschland und sieht sich gewissermaßen als Speerspitze der Avantgarde, wenn es darum geht noch unentdeckte Musiker in die Öffentlichkeit zu holen. So kann man zurecht darauf verweisen, Künstler wie Shakira, Joy Denalane oder Gentleman als erster gespielt zu haben. "Die kolumbianische Sängerin lief im Programm von Multikulti schon, als sie in ihrer Heimat gerade erst angefangen hatte, Musik zu machen und dort ein rein lokales Phänomen war", sagt Tobias Maier, Musikchef des Radios.

Jetzt bekommt die Redaktion von Multikulti seit Bekanntwerden der Streichpläne unzählige Zuschriften, mit denen Mut gemacht werden soll, den Kampf nicht aufzugeben und für eine Fortführung des Programms zu kämpfen. Darunter renommierte Architekturbüros, Ärztekammern und das Musik-Label “Four Music“, die darauf verweisen, wie viele ihrer Acts über Radio Multikulti bekannt geworden seien.

Viele fürchten zudem einen Imageverlust des RBB, wenn neben dem Radio auch das beliebte Szene-Magazin Polylux abgeschafft würde. Der RBB allerdings bleibt hart und argumentiert mit fehlenden 54 Mio. Euro bis 2012. Außerdem, so Unternehmenssprecher Ralph Kotsch, definiere sich der RBB nicht bloß über die Formate Multikulti oder Polylux. Mit Kurt Krömer oder Radio Fritz habe man andere starke Programme für eine jugendliche Zielgruppe interessant seien.

Ob aber die drohende Einstellung von “Radio Multikulti“ und “Polylux“ nicht doch viele Nutzer längerfristig verärgern wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: Stern-Online

Bild: Guido A.J. Stevens (Flickr)

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