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Paparazzi-Ausstellung in Berlin

Eine Ausstellung zeigt in Berlin die Anfänge der Paparazzi-Kultur. Nicht immer war das Geschäft mit den Fotos von den Berühmten und Reichen ein so schmutziges wie heute. Mit Charme, Humor und Eleganz gingen die ersten Paparazzi auf Foto-Jagd, so z.B. Erich Salomon, der in den 1930ern in Paris gewissermaßen den Fotojournalismus erfand.

Die Paparazzi, wie wir sie heute kennen, gibt es aber erst seit den 1960ern. Als die Côte d'Azur zum Lieblingsort der Stars mutierte, die Filmfestspiele in Cannes sich zum Festival von Prestige und großen Namen entwickelten, schlugen sie vermehrt zu. Der Name "Paparazzo" kam von einem sensationslüsterndem Fotografen in Frederico Fellinis Film "La Dolce Vita" von 1960. Fellini war inspiriert durch Tazio Secchiaroli, der in den 50ern in Rom Prominente jagte und so den Vorgänger der heutigen Foto-Jäger darstellte. Wie z.B. auch der Amerikaner Ron Galella, dem Marlon Brando 1973 mehrere Zähne ausschlug, war Sechhiaroli einer der ersten Paparazzo, der in Handgreiflichkeiten geriet.

Ganz anders war es bei Jean Pigozzi, der der Ausstellung "Pigozzi and the Paparazzi" seinen Namen gibt. Stets fotografierte auch er die Stars. Als Sohn eines italienischen Auto-Industriellen gehörte er schließlich selbst zur High-Society und so fotografierte er Bono von U2 oder Mick Jagger mehr als Freunde und weniger als Promis. Hier sind es meist eher scherzhafte Gesten, wenn Hände auf dramatische Weise versuchen, die Linse von Pigozzi zu bedecken. Seine Star-Freunde machten sich dem heute 56-Jährigen immer gerne zum Motiv.

Die Ausmaße der Paparazzi-Fotografie haben inzwischen traurige Formen angenommen. Sie verfolgen betrunkene Prinzen in Nazi-Kostümen und völlig labile Popstars auf Schritt und Tritt. Der Unfall-Tod von Lady Di und Dodi Al-Fayed vor über zehn Jahren stellte einen furchtbaren Höhepunkt dieser Auswächse dar. Die Sammlung der Berliner Helmut-Newton-Stiftung zeigt jedoch die schönen Seiten der Paparazzi-Fotografie in den 70er- und 80er-Jahren. Insgesamt 350 Fotos von Erich Salomon, Ron Galellas, Tazio Secchiaroli, Helmut Newton und vielen anderen werden in der Ausstellung "Pigozzi and the Paparazzi" bis zum 18. November gezeigt.

Quelle: stern.de
Bild: Jaap Arriens (Flickr)

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