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Palästinenser will "Brüno" verklagen

Weil er ihn unter falschen Vorausssetzungen zu einem Interview überredet habe, möchte der Araber Ayman Abu Aita Comedian Sacha Baron Cohen alias "Brüno" verklagen. Damit meldet sich der erste Mitwirkende aus der Comedy-Doku, der sich verschaukelt fühlt. Nicht ganz unerwartet. Schon Cohens letzter Film "Borat" sorgte für einige Skandale.

Direkt am Anfang des Films "Brüno" sollte dem Zuschauer klar sein, wohin die Reise geht. "Ich möchte der erfolgreichste Österreicher seit Hitler sein", sagt "Brüno" und bricht damit schon fast jedes Tabu. Die Zuschauer mögen es. "Brüno" ist ein Renner an den Kinokassen. In diesem tabulosen Ton geht es im Film weiter. In einer Szene stellt er einen Araber als "Terroristenführer" mitsamt "Bodyguard" vor.

Bei David Letterman erzählte Cohen jetzt, wie das Treffen zustande kam. Er habe Aita und seinen Bodyguard in der Westbank getroffen. Cohen bezeichnete dann den Araber als Anführer der radikalen Al-Aksa-Brigaden. Die sollten "Brüno" aus PR-Zwecken entführen. Aita winkt laut 20 Minuten sofort ab. Als "Brüno" meint "Sagt eurem König Osama, dass er mit Bart wie ein obdachloser Santa Claus aussieht", wird er schließlich rausgeworfen.

Das Video von "Brüno" und dem "Terroristen"

Alles Lüge, sagt Ayman Abu Aita, der angebliche Terrorist. Er möchte Sacha Baron Cohen laut dem Schweizer Nachrichtenmagazin 20 Minuten nun verklagen. Die Geschichte sei frei erfunden, erzählte der Araber dem US-Nachrichtenmagazin "World Net Daily". Cohen habe ihm vorgegaukelt, der Film würde der palästinensischen Sache dienen. Der Treffpunkt sei auch kein geheimer Ort gewesen, sondern das Restaurant "Everest" in Bait Jala. Aita habe keine Waffe getragen, wie Cohen bei US-Talker Letterman behauptete. Und der angebliche Bodyguard sei Samy Awad, der US-Manager der Palästineneser-Organisation "The Holy and Trust" gewesen.

Aita sagte weiter, dass er Mitglied der Fatah-Partei sei. Diese Partei lehnt Islamismus und Terror ab und möchte auf friedlichem Wege ihr Ziel, die Erschaffung eines eigenständigen Palästina, erreichen. "Mir wurde gesagt, dass er ein deutscher Schauspieler sei, der Dokumentationen drehe, die junge Menschen mobilisieren solle, die palästinensische Sache zu unterstützen." Dass das Interview in dieser Form genutzt werde, habe er nie erwartet, meint Aita. Cohen sagte im US-Fernsehen augenzwinkernd, dass es halt nicht ganz einfach sei, in Amerika einen Terroristenführer zu finden. Nun kommt eine Klage auf den Briten zu, denn Ayman Abu Aita, der angebliche Terrorist, meint, das Interview im Film "Brüno" sei nur mit Lügen zustande gekommen.

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