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"Nue Propriété" und "Sweet Mud" - Kino am 7. August

"Nue Propriété" und "Sweet Mud" heißen zwei der Filme, die zum 7. August in den deutschen Kinos starten. Auch wenn die Titel viel Platz für Interpretation lassen, hier dominieren ganz klassisch Dramatik und Tragik. In "Nue Propriété" passiert das mit französischem Psycho-Thrill, "Sweet Mud" erscheint eher als israelische Coming-of-Age-Story mit melodramatischem Beigeschmack.

In der belgisch-luxemburgischen-französischen Ko-Produktion "Nue Propriété" geht es um die geschiedene Pascale (Isabelle Huppert), die mit ihren erwachsenen Zwillingssöhnen Thierry (Jérémie Rénier) und Francois (Yannick Rénier) in einem neu hergerichteten Bauernhaus lebt. Ihre Pläne, mit ihrem neuen Lebensgefährten ein Restaurant zu eröffnen, schmecken den Söhnen gar nicht. Da Pascale dafür das Anwesen verkaufen will, sehen die beiden ihr Erbe dahinscheiden. Ein subtiler Psycho-Krieg beginnt.

Trailer zum heute startenden "Nue Propriété"

Die Stärken von "Nue Propriété" liegen in der Darstellung von versteckten Gefühlen der Protagonisten. Eine undurchsichtige Mischung aus Hassliebe und Habsucht prägt die Verhältnisse der Figuren, die niemals ihr wahres Gesicht zeigen. Weltstar Isabelle Hupert, die 2001 für "Die Klavierspielerin" die Goldene Palme in Cannes gewann, ist die treibende Kraft in einer auch sonst voll überzeugenden Darstellerriege. Das dramatische Psycho -Spiel um die fragwürdigen Familienbande lässt den Zuschauer bis zum Schluss die Fingernägel in den Kino-Sitz krallen.

Das israelisch-deutsche Drama "Sweet Mud" bringt den Zuschauer in ein israelisches Kibbuz der 70er-Jahre. Der 12-jährige Dvir (Tomer Steinhof) mit seinem Bruder und seiner Mutter, der trauernden Witwe Miri (Ronit Yudkevitz). Als deren Beziehung zu einem älterem Schweizer durch die engstirnige Gemeinde scheitert, will ihr niemand in der Kibbuz-Bewohner aus der tiefen Trauer helfen. Dvir erkennt das Scheinheilige an der Gruppierung und kümmert sich selber mit einer Freundin um seine Mutter.

Trailer zum israelischen Festivalerfolg "Sweet Mud"

Der israelische Regisseur Dror Shaul überzeugte die Zuschauer mit "Sweet Mud" auf Festivals rund um den Globus. Der Film erzählt vom Erwachsenwerden im Kibbuz und lässt sensibel die dramatische Geschichte der depressiven Mutter miteinfließen. Besonders kritisch fällt der Blick dabei auf ein fast sektenhaftes Zusammenleben in der israelischen Kibbuz-Gemeinde. Mit großartigen Bildern und einfühlsamen Darstellern wird "Sweet Mud" auch die deutschen Kino-Besucher zu Tränen rühren.

Die Filmstarts vom 7. August wirken ganz und gar nicht mehr sommerlich leicht. Die besonders sensiblen Inszenierungen werden die Kinogänger von "Nue Propriété" und "Sweet Mud" aber dennoch für sich gewinnen.

Quelle: Kino.de
Bild: Sweet Mud, Peripher Film

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