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Neu im Kino: "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte"

Alex Gibneys Dokumentation "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte" ist die Geschichte von WikiLeaks und deren Mitbegründer Julian Assange. Der Film ist vielschichtig, wirft Fragen auf und beleuchtet die Persönlichkeit von Julian Assange sowohl mit Skepsis, als auch mit Sympatie.

Der Inhalt:

Die Internetplattform WikiLeaks ist seit der Gründung im Jahr 2006 Inbegriff für die Veröffentlichung von Daten geworden, die diverse Institutionen, Konzerne und auch Regierungen eigentlich lieber verschweigen wollen. Der Australier Julian Assange ist zum medialen Gesicht der Vereinigung geworden und steht bei seinen Anhängern für Werte wie Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenrechte. Im November 2010 aber wurde gegen Assange ein internationaler Haftbefehl ausgestellt - wegen Verdachts auf Vergewaltigung an zwei Schwedinnen. Seitdem ist der Wiki-Leaks Gründer damit beschäftigt, seiner Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Zur gleichen Zeit wurde der amerikanische Soldat Bradley Manning in Haft genommen. Dieser war im Irak stationiert und hat von dort Kriegs-Dokumente der USA entwendet und an WikiLeaks weiter geleitet. Beide Fälle - wie sehr sie im Zusammenhang stehen und welche Folgen sie für die Vereinigung WikiLeaks haben - steht im Zentrum der Doku von Alex Gibney.

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WikiLeaks hatte sich weltweit zu einer Medien-Sensation entwickelt, als das Portal streng vertrauliche Daten aus dem US-amerikanischen Militär veröffentlichte und so der allgemeinen Bevölkerung zugänglich machte. Die geheimen Daten die der damals 22 Jjährige US-Soldat Bradley Manning an WikiLeaks übermittelt hatte, sorgten für internationale Empörung über das Verhalten des amerikanischen Militärs bei ihren Kriegseinsätzen im nahen Osten.

Der Oscar-Preisträger Alex Gibney wirft in seiner Dokumentation "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte" Fragen auf und beleuchtet die Geschichte Julian Assanges von vielen Seiten - so wird die Ambivalenz des WikiLeaks-Gründers deutlich. Gibney läuft an vielen Stellen Gefahr, sich zu verheddern im Wirr Warr von Personen, Ereignissen sowie politischen und moralischen Fragestellungen. Sein Film ist dennoch absolut sehenswert.

Gibney betrachtet Assange recht kritisch: Den Prinzipien von WikiLeaks stimmt er zu - der Person und dem Kult um Julian Assange hingegen weniger. Auch hat Alex Gibney seine Vorbehalte gegenüber den Folgen, die die Arbeit von WikiLeaks auf ihre Mitgleider hat. Bradley Manning wurde des Landesverrats beschuldigt und sitzt seit Jahren in Isolationshaft. Parrallel zum deutschen Kinostart von "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte" wird dem US-Soldaten der Prozess gemacht.

Ob Assange diese Verhaftung einfach in Kauf nahm, erfährt man nicht. Ein Interview für die Doku gab er nicht - er hatte entweder ein Honorar von einer Millionen Dollar gefordert oder dass Gibney im Gegenzug die anderen Interviewten ausspioniere. Als deshalb befangen oder voreingenommen gegenüber Assange kann man den Filmemacher aber nicht betrachten: Assange ist immer wieder Gesprächsthema im Film und kommt Dank Archivmaterial quasi doch zu Wort.

"We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte" ist eine durchaus differenzierte Darstellung der Person Assange, die diverse moralische Fragen aufwirft: Welche Opfer muss ein Individuum für das Wohl der Allegmeinheit aufbringen? Welche Verantwortung trägt eine ideelle Organisation wie WikiLeaks? Schadet der Pop-Status eines Julian Assange der Organisation, die versucht, mit der Veröffentlichung von geheimen Daten eine etwas gerechtere Welt zu schaffen?

Alex Gibneys Dokumentation "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte" ist vielschichtig, wirft Fragen auf und nähert sich der Person Assange mit skeptischer Sympatie. Sehenswert!

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