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Neu im Kino: "Fliegende Liebende"

Pedro Almodóvars "Fliegende Liebende" ist eine aberwitzige Komödie - schillernd, überdreht und abstrus. Ein Meilenstein in der Karriere des spanischen Ausnahmeregisseurs ist der Film aber nicht.

Der Inhalt:

Der Flug mit der Nummer 2549 befindet sich auf dem Weg von Madrid nach Mexiko City - wird dort aber nie ankommen. Ein schwerwiegendes technisches Problem tritt auf, macht die planmäßige Fortsetzung des Fluges unmöglich und ein Absturz droht. Die Hälfte der Passagiere wird vom Personal mit Schlaftabletten ruhiggestellt, die Gäste in den teuren Abteilen bekommen hochprozentige, mit Meskalin versetzte Getränke serviert. Auch die Crew trinkt, raucht und benimmt sich gänzlich ungeniert. Die Stewards Joserra (Javier Cámara), Fajas (Carlos Areces) und Ulloa (Raúl Alévaro) sind alle drei schwul und baggern hemmungslos die männliche Mitreisenden an. Über das Bordtelefon dürfen die Passagiere mit ihren Liebsten zu Hause telefonieren. Eine weitere technische Panne sorgt aber dafür, dass alle anderen im Flieger die intimen Gespräche und Streitereien über den Board-Lautsprecher mithören. Der an die Passagiere verabreichte Spezialcocktail entwickelt bald eine enthemmende Wirkung: Gefühlsausbrüchen und sexuellen Gelüsten wird einfach freier Lauf gelassen. Das Flugzeug kreist mit sinkender Chance auf eine Notlandung über Spanien, während die Situation an Bord zu einem frivolen Chaos ausartet...

Pedro Almodóvar lädt in "Fliegende Liebende" zu einem aberwitzigen Höllenflug ein: Die Flugzeuginsassen verlieren ihre Nerven, ihr Schamgefühl und jegliche Zurückhaltung. Frivoles Treiben herrscht an Board - aber nicht nur dem Personal und den Passagieren droht der Absturz mit dem Flieger, sondern auch dem hysterisch überdrehten Lustspiel Almodóvars.

Der spanische Ausnahmeregisseur hat sich zurückbesonnen auf das Genre Komödie. "Fliegende Liebende" wartet dabei auf mit Starbesetzung: Penélope Cruz und Antonio Banderas sind zu sehen und auch Almodóvars Stammschauspieler Cecilia Roth ("Alles über meine Mutter"), Lola Dueñas ("Volver") und Javier Cámara ("Sprich mit ihr") sind wieder dabei. Der Film ist jedoch keine Glanzleistung, kein Meilensten - nicht zu vergleichen mit Filmen wie "Sprich mit ihr" oder "Alles über meine Mutter". Es scheint als hätte sich Almodovar einfach nur amüsieren wollen. "Fliegende Liebende" sollte man nicht analysieren, nichts hinein interpretieren, es geht vor allem um den Spaß.

"Fliegende Liebende" ist überdreht und bonbon-farben. Almodovar setzt seine unverwechselbare Handschrift und setzt auch die ein oder andere gelungene Pointe. 
Aber "Fliegende Liebende" bietet neben Höhen auch Tiefen: Der Film verkommt stellenweise aber leider zur albernen Posse, wird zu klischeehaft und sogar die eigentlich tollen Schauspieler schaffen es nicht, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Der Auftritt von Penélope Cruz und Antonio Banderas steht übrigens völlig außen vor - die zwei Weltstars sind nur ganz kurz im Prolog zu sehen.

"Fliegende Liebende" ist eine aberwitzige Komödie - typisch für Almodovar ist sie schillernd, überdreht und abstrus. Leider ist sie ebenso phrasenhaft, versetzt mit lahmen Gags, schlaffen Pointen und weit entfernt vom gewohnten köstlichen Wahnwitz.

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