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Neu im Kino: "Carrie"

Der Teen-Horror-Film "Carrie" wird es nicht leicht haben vor dem Kinopublikum zu bestehen - so handelt es sich doch um eine Neuauflage vom Brian De Palmas "Carrie - Des Satans jüngste Tochter" und dieser Film ist ein Klassiker der Popkultur geworden! Zudem handelt es sich bei "Carrie" um eine Stephen-King-Adaption und auch die Buchvorlage ist bekannt und beliebt.

Der Inhalt:

Carrie White (Chloë Grace Moretz) wächst als Einzelkind bei ihrer Mutter Margaret (Julianne Moore) auf. Die 16-Jährige ist eine Außenseiterin an ihrer Highschool und hat große Schwierigkeiten, Freunde zu finden. Ihre extrem religiöse Mutter schottet das Mädchen von den Realitäten des Lebens ab und deshalb mobben sie die Mitschüler. Als Carrie nach dem Sportunterricht unter der Schuldusche ihre erste Regelblutung bekommt, gerät sie in Panik - sie weiß nicht, was da mit ihr passiert. Ihre Mitschülerinnen werfen Tampons nach ihr und machen sich über sie lustig. Die komplett verunsicherte Carrie versucht sich zu wehren und entdeckt dabei, dass sie über telekinetische Fähigkeiten verfügt. Sie scheut sich nicht, ihre neuen Kräfte gegen alle ihre Peiniger einzusetzen. Beim Abschlussball, zu dem sie unerwartet eingeladen worden ist, kommt es dann zur Katastrophe: Ihre Schulkameraden reizen Carrie so sehr, dass diese daraufhin fürchterlich Rache nimmt...

Im Zentrum der Neuverfilmung steht das Verhältnis zwischen Carrie und ihrer Mutter Margaret: Julianne Moore ("Magnolia") spielt die Mutter - eine tragische Figur, die ständig im Kampf mit sich, ihren religiösen Schuldgefühlen und ihrer mütterlichen Liebe ist. Immer wieder verletzt, kratzt und schneidet sie sich selbst. Der Film beginnt mit der Geburt von Carrie - in der Szene unterdrückt Margaret nur mühsam den Impuls, ihr eigenes Baby - die Frucht der Sünde - zu töten. Tochter Carrie ist hingegen relativ stark aber aber eine Außenseiterin. Sie ist kein hässliches Entlein - das wurde mit der Besetzung der Rolle durch Chloë Moretz ("Hugo Cabaret") von vornherein ausgeschlossen.

Seit der Veröffentlichung von Kings Roman sind fast 40 Jahre vergangen. Die Regisseurin von "Carrie", Kimberly Pierce, hat die Handlung ganz bewusst ins Heute verlegt und dabei durchaus realistisches Porträt des amerikanischen Highschool-Lebens gezeichnet - da gibt es Smartphones und YouTube, machtlose Lehrer und wenig kooperative Eltern. Lediglich die Tatsache, dass eine 16-Jährige nicht weiß was die Menstruation ist, mutet etwas seltsam an.

Sehen Sie hier den TRAILER von "Carrie"

"Carrie" ist eine Art "Coming-of-Age"-Geschichte, die am Ende aus dem Ruder läuft. Aus der Teenager-Rebellion am Beginn des Films wird das Anders-Sein von Carrie vor allem an ihre übernatürliche Begabung geknüpft. Das unerwartete Date zum Abschlussball weckt Teenie-Träumereien, Angst vor Zurückweisung, erhöht aber auch gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein. Bis auf wenige Blutorgien-Spielereien bleibt der Horror im Film innerlich - die gut gemachten Effekte sind nicht überbetont worden und selbst das finale Blutbad steht für die schmerzhaften und tief ambivalenten Gefühle Carries.

Die Neuverfilmung "Carrie" ist inszenatorisch gesehen nicht unbedingt brilliant, aber frisch, zeitgemäß und spannend - sehenswert!

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