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Neu im Kino: 12 Years A Slave

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Das Historien-Drama "12 Years A Slave" von Regisseur Steve McQueen wirft einen Blick in die Untiefen amerikanischer Geschichte - der Film ist aufwühlend, kompromisslos und definitiv oscarwürdig!

Die Handlung:

Mitte des 19. Jahrhunderts: Der in Freiheit lebende Afro-Amerikaner Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) lebt in New York ein einfaches, aber glückliches Leben als Violinist. Zwei Fremde engagieren ihn mit einer List für einen Auftritt in Washington und sie durchzechen im Anschluss gemeinsam die Nacht. Am nächsten Morgen erwacht Solomon ohne Papiere und in Ketten als angeblicher Sklave. Er wird kurzerhand auf ein Sklavenschiff Richtung Süden verfrachtet - Widerstand zwecklos. Er wird vom Sklavenhändler Freeman (Paul Giamatti) verkauft und muss fortan als Sklave für den Plantagenbesitzer Ford (Benedict Cumberbatch) und weitere "Master " unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Besonders grausam ist der Baumwollplantagenbesitzer Edwin Epps (Michael Fassbender) - dieser macht Solomon das Leben zur Hölle. Jahr um Jahr vergeht und Solomons Hoffnung Frau und Kinder wiederzusehen schwinden. Da trifft er schließlich auf einen Gegner der Sklaverei - Bass (Brad Pitt) - und sein Leben nimmt eine dramatische Wendung...

Steve McQueen - britischer Fotograf und Video-Installationskünstler - hat sich als Regisseur mit nur zwei Filmen in der Kinolandschaft etablieren können. Seine ausgeprägte und sehr individuelle Handschrift sah man schon im IRA-Gefängnis-Drama "Hunger" sowie der Sexsucht-Geschichte "Shake". Nun hat sich McQueen das Sklaverei-Drama "12 Years A Slave" vorgenommen und seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt.

Die Geschichte, die der Film erzählt, ist wahr. Solomon Northup hatte im Jahr 1853 ein Buch über sein zwölfjähriges Martyrium als Sklave im Süden veröffentlicht. Er selbst war einst ein freier Mann im Norden Amerikas, wurde aber von Gaunern entführt, verkauft und durchlitt viele Qualen, bevor er seine eigentliche Identität hatte beweisen können. Solche Sklavenschicksale waren in der damaligen Zeit an der Tagesordnung, der Bericht Northups ist aber eine der wenigen ausführlichen Quellen, die aus erster Hand stammen.

Regisseur Steve McQueen beschönigt im Film nichts - schonungslos setzt er das Publikum der Brutalität der Sklavenhalter aus. "12 Years A Slave" ist nicht subtil aber er transportiert ein tief empfundenes Mitgefühl und ehrliche Empörung. Sowohl der physische als auch der seelische Schmerz von Solomon Northup sind für den Kinozuschauer quasi körperlich spürbar. Das Finale ist bewegend und rührt zu Tränen. McQueen verstärkt die Wirkung der Qualen seiner Hauptfigur und dessen Leidensgenossen mit den für ihn typischen, ausgedehnten Plansequenzen - lange Szenen ohne sichtbare Schnitte Unterlegt ist der Film mit aufwühlender Musik von der Komponistenlegende Hans Zimmer ("Inception").

Sehen Sie hier den offiziellen Kinotrailer: 12 Years A Slave



Chiwetel Ejiofor spielt den Solomon. Weil dieser seine Gefühle und Gedanken im Fortlauf der Geschichte immer weniger offen artikulieren kann, ist es mehr und mehr Ejiofors Minenspiel, welches diese verdeutlicht. Und er macht seinen Sache hervorragend - mit wenigen Blicken bringt er zum Ausdruck, was in Solomon vor sich geht. Der Solomon ist die umfangreichste Rolle im Film, aber auch die restliche Besetzung ist gespickt mit vielen prominenten Gesichtern - selbst in den kleinsten Rollen. Das mag typisch sein für Filme, die auf einen Oscar spekulieren - der Schaulauf der Promis tut der Handlung des Film aber keinen Abbruch. Der Film "12 Years A Slave" ist mit Recht einer der großen Favoriten für den Oscar 2014. Und er wäre ein würdiger Sieger.

Steve McQueens Historien-Drama "12 Years A Slave" ist herausragend - ein aufwühlender, kompromissloser, ungeschönter Blick auf die amerikanischen Geschichte - und definitiv oscarwürdig.

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