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Musikszene wundert sich: Frei.Wild für Echo nominiert

Für viel Wirbel hat heute das Nominierungskomitee des Echo gesorgt. Denn nun wurde bekannt, dass die Band Frei.Wild in der Kategorie Rock/Alternative national nominiert wurde. Das ist zum einen merkwürdig, weil die Musiker aus Südtirol stammen, damit eigentlich Italiener sind und in der nationalen Kategorie eines deutschen Musikpreises eigentlich nichts zu suchen haben. Zum anderen hagelte es viel Kritik, weil Frei.Wild vorgeworfen wird, nationalistische Texte zu verbreiten. Deswegen wird der Musikstil der Band auch als Rechtsrock bezeichnet.

Mit ihrem Album "Feinde deiner Feinde" feierte Frei.Wild in Deutschland viele Erfolge und landete ganz oben in den Charts. In den Liedtexten verbreiten sie aber ungeniert Aussagen, die Patriotismus und Nationalismus verherrlichen. Dabei geht es aber nicht um deutschen Nationalismus, sondern um die Alleinstellung von Südtirol. Viele der dort lebenden Menschen würden sich gerne von Italien lösen und einen eigenen Staat gründen. Die Frei-Wild-Musiker gehören wohl dazu.

Die Band muss sich schon seit langer Zeit diese Kritik gefallen lassen, tut aber so gut wie nichts, um sich zu entlasten. Sänger Philipp Burger spielte früher in einer reinen Naziband aus Österreich mit dem Namen "Kaiserjäger". Er bezeichnete dies in einem ZDF-Beitrag als Jugendsünde und verwies darauf, dass man als junger Mensch Fehler mache. Gleichzeitig behauptet er aber, das in Südtirol jeder so denken würde, wie die Musiker von Frei.Wild. Und deswegen sei es auch in Ordnung. Genau betrachtet preist die Band aber nicht nur ihre Heimat an, sondern lehnt damit alles Fremde ab.

Viele Musiker in Deutschland lehnen Frei.Wild, die auch beim deutschen Verfassungsschutz wegen ihrer Texte nicht unbekannt sind, komplett ab und sehen sie mit ihrem "sanften Nationalismus" als gefährlich an. Vor allem die Bands des Labels Audiolith wie Egotronic oder Frittenbude setzen sich dafür ein, dass es in der Musiklandschaft keine Ausbrüche nach rechts gibt.

Und es gibt auch erste Erfolge. Frei.Wild musste vor kurzem einige Konzerte absagen, weil Sponsoren ihre Zusagen dann doch wieder entzogen haben. Und das renommierte Musikmagazin "Visions" weigerte sich, Festivals, an denen Frei.Wild teilnimmt, zu promoten. Doch das Echo-Kommitee arbeitet komplett dagegen. Mit der Nominierung von Frei.Wild ist ein weiterer Schritt getan, dass Nationalismus in der Musik salonfähig wird. Ziemlich peinlich für die deutsche Musiklandschaft.

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