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MTV wird ab 2011 zum Pay-TV

Wie MTV-Deutschlandchef Dan Ligtvoet heute in der Financial Times zitiert wird, soll der Musikfernsehsender schon ab nächstem Jahr nur noch als kostenpflichtiger Pay-TV-Kanal empfangbar sein. MTV Networks, das Teil des US-Medienkonzerns Viacom ist, wäre damit der erste TV-Sender Deutschlands, der sich sein Programm statt wie bisher durch Werbung künftig von den Zuschauern finanzieren lassen will. Zum 'zentralen Musik- und Entertainmentkanal im Free-TV' soll stattdessen der Schwestersender Viva umgebaut werden.

Dank der starken Verbreitung digitaler Angebote, bemühen sich die größeren Fernsehunternehmen darum, ihre Abhängigkeit von Werbeerlösen zu verringern. 'Wir erreichen dadurch künftig eine besser ausbalancierte Verteilung der Erlöse. Ich erwarte mir davon mehr Wachstum', sagte Ligtvoet. Gegen den übermächtigen Konkurrenten YouTube will Ligtvoet wie gegen Windmühlen neben dem Bezahlsender auch mit kostenpflichtigen Onlineangeboten ankämpfen: 'On-Demand-Angebote werden für uns immer wichtiger. Wir entwickeln dafür eine ganzheitliche Infrastruktur.'

Erstaustrahlung 1981: Als MTV laufen lernte

Trotz den schlechten Erfahrungen, die Premiere und Sky mit ihrem Pay-TV-Konzept in Deutschland gemacht haben, wird MTV ab 2011 mit dem reinen Musiksender MTV brand:new sein erstes Bezahlangebot starten. 'Unsere Strategie ist, Inhalte überall dort anzubieten, wo die Nutzer sie sehen wollen', fügte Ligtvoet an. 'In den kommenden fünf bis zehn Jahren wird die Pay-TV-Landschaft in Deutschland stark wachsen', hofft der MTV-Deutschlandchef Dan Ligtvoet. Ob MTV, das zuletzt mit seinem sehr unmusikalischen US-Dokusoap-Programm für Verärgerung bei den deutschen Zuschauern sorgte, mit dem Modell Pay-TV wieder zu alten Ruhm gelangt, ist äußerst fragwürdig.

Quelle: ftd.de, derwesten.de
Bild: yoshi2me.com

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