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Miss Landmine 2008

In Angola findet am 02. April eine Miss-Wahl statt, die der umstrittenste Schönheitswettbewerb der letzten Jahre ist, denn die Miss Landmine 2008 verschenkt statt der klassischen Krone, eine Beinprothese.

Die Idee zur dieser Miss-Wahl, die sowohl von der Regierung des afrikanischen Staates als auch von der Europäischen Union unterstzützt wird, hatte der norwegische Künstler Morten Traavik.

Mit der Wahl zur Miss Landmine 2008 verfolgt er ein ehrenwertes Ziel: Er will daran erinnern, dass 26 Jahre lang Bürgerkrieg herrschte und die Folgen noch heute spürbar sind. Landminen finden sich überall auf Angolas Boden und jedes Jahr sterben über 100 Angolaner, weil sie auf eine dieser Minen getreten sind. Zehntausende Menschen sind gestorben oder müssen verstümmelt im Alltag zu recht kommen. Täglich riskieren mehr als zwei Millionen Landarbeiter auf den Feldern auf eine Mine zu treten.

Die Kandidatinnen, Frauen, die auf eine Landmine getreten sind, können im Internet unter www.miss-landmine.org gevotet werden.

Zwei Tage nach der Präsentation der Miss Landmine 2008 wird in Luanda Traaviks eine Ausstellung mit den Bildern der Kandidatinnen veröffentlicht. An jenem Tag wollen die Vereinten Nationen an die Landminen-Opfern gedenken.

Der Künstler Traavik musste sich in den vergangenen Monaten immer wieder für sein 'Kunstprojekt' rechtfertigen. Denn auf der Internetseite erfährt man nicht nur Persönliches über die Kandidatin, sondern auch Namen und Hersteller der Kleidung sowie Informationen zum Typ und der Sprengkraft der Mine, die ihr Bein verstümmelte.

Quelle: Die Welt

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