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Millionärswahl: Schiebung und Legalisierung von Cannabis

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Selten hat ein TV-Format schon nach den ersten zwei Sendungen für so viel Gesprächsstoff und negative Kritik gesorgt, wie die "Millionärswahl" bei Pro7 und SAT 1. Eigentlich sollte der "erste demokratisch gewählte Millionär" gekürt werden, doch schon nach Folge 1 zweifelten die meisten Zuschauer an der Demokratie der Sendung.

In sieben Sendungen werden sieben Kandidaten mit besonderen Talenten gesucht die sich im Finale der Wahl stellen. Entscheiden dürfen Fernsehzuschauer, der "Millionärsclub", der aus Kandidaten besteht, die es nicht in die Show geschafft haben und die Kandidaten selber. Und genau dieses System führte in der ersten Folge zu einem seltsamen Ergebnis. Ralf Zanders war der Publikumsliebling. Der 47-Jährige gab zwar offen zu, dass er über kein ausgefallenes Talent verfüge, aber er wolle mit der Million dazu beitragen, dass seine behinderte Nichte in einem behindertengerechten Haus leben könne. Dafür seilte er sich trotz Höhenangst von einem Hochhaus ab. Die Zuschauer waren begeistert und hatten ihren Liebling.

Nach dem Voting der TV-Zuschauer und dem Millionärsclub lag Zanders vorne. Doch als die Kandidaten ihre - übermäßig vielen - Punkte verteilten, war er nur noch auf Platz 2 und ein junger Breakdancer, der zuvor ganz hinten im Ranking war, zog ins Finale ein. Die Wut kanalisierte sich auf eine sechsköpfige Band von alten Herren namens "GIFT", die in den 70er Jahren mal Erfolg gehabt haben wollen und nun ein Comeback versuchen. Doch sie haben die Sympathien komplett verspielt, weil sie ihre Punkte so vergaben, dass Ralf Zanders nur noch Zweiter war und damit keine Chance mehr auf die Million hatte. Ganz nebenbei war der 70er Jahre-Retro-Rock der Band auch nicht besonders hörenswert. Im Netz brach sofort ein Shitstorm gegen die Sendung los, von "Schiebung" war die Rede.

Sehen Sie hier das Voting aus der ersten Sendung der "Millionärswahl"

Prompt änderten die Sender die Regeln und ließen ab Folge 2 den Kandidaten viel weniger Punkte, die sie verteilen dürfen. Außerdem begann die Vergaberunde mit den Millionärsanwärtern. Der zweite Finalist ist der Geschäftsführer vom Deutschen Hanf-Verband, der sich für die Legalisierung von Cannabis stark macht. Georg Wurth redete mehrere Minuten lang darüber, dass er das Verbot von Drogen als gescheitert ansieht. Falls er die Million gewinnen sollte wolle er einen TV-Spot für die Legalisierung von Cannabis produzieren. Damit punktete er bei den Zuschauern und steht im Finale, der nächste Ärger für die Sender scheint damit vorprogrammiert.

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