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Letztes TV-Duell im US-Wahlkampf: McCain attackiert hart und verliert

Für die stark in die Defensive gedrängte Kampagne des Republikaners John McCain sollte das gestrige TV-Duell nach reichlich schlechten Nachrichten der vergangenen Tage endlich zum Wendepunkt werden. Nachdem McCain in den ersten beiden TV-Debatten gegen seinen Kontrahenten Barack Obama laut Umfragen stets den kürzeren gezogen hatte, hatte McCain bereits im Vorfeld angekündigt, nun zum Angriff überzugehen.

Und in diesem Punkt sollte er Wort halten. In den ersten 20 Minuten der TV-Debatte im Wahlkampf um das Präsidentenamt der USA schleuderte McCain einen Angriff auf den nächsten auf seinen demokratischen Widersacher. Obama sah sich beinahe ausnahmslos in der Defensive, McCain hatte es darauf abgesehen, besonders in Fragen der Wirtschaft Boden gutzumachen.

Obama aber konterte, wie er es in den Wochen zuvor bereits meist überzeugend gemacht hatte, ruhig und präsidial. Nie verlor er die Ruhe, meist wusste er argumentativ und überzeugend zu kontern. Und je länger die Debatte andauerte und je hartnäckiger und verbissener John McCain Angriffe gegen Obama fuhr, desto sicherer und überzeugender wurden Obamas Statements.

Besonders in Fragen zur Krankenversicherung, zur Abtreibung und zur Außenpolitik lief Obama zu sehr guter Form auf. McCain schien immer mehr in die Rolle des verbitterten alten Mannes zu rutschen, der nicht glauben kann, dass er bislang so schlecht gegen Obama ausgesehen hat. Und nach exakt 90 Minuten oft harter und intensiver Diskussion und einem abschließenden Statement, bei dem ebenfalls Obama wieder den besseren Eindruck machte, war das dritte und letzte TV-Duell im US-Präsidentschaftswahlkampf Geschichte.

Im Anschluss an das Duell wurden nun mit Spannung die ersten Befragungen erwartet – wen fanden die Zuschauer besser, wer hatte ihrer Meinung nach gewonnen. Und ähnlich wie beim vorangegangenen Duell hatte Obama die Leute klar auf seine Seite gezogen. 58% von den Befragten gaben an, dass Obama aus ihrer Sicht das Duell gewonnen habe, nur 31% sagten dies über McCain. Außerdem fanden ganze 66%, dass der Senator aus Illinois sich klarer ausgedrückt hatte, im Gegensatz zu 25% für McCain.

Nun muss McCain nach diesem letzten TV-Duell noch einmal alles in die Waagschale werfen, will er noch einen Chance im Wahlkampf haben. Abschreiben aber darf man McCain nie, schließlich sind es noch knapp drei Wochen bis zu den Wahlen am 4. November.

Quelle: CNN.com
Bild: CNN.com

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