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Lars von Trier sorgt in Cannes für 'Hitler-Eklat'

Nach der Vorführung seines relativ sanften Films 'Melancholia' sorgte der dänische Regisseur Lars von Trier mit der Äußerung, dass er mit Hitler sympathisiere für einen Eklat bei den Filmfestspielen in Cannes 2011. Der 55-Jährige ist zwar als Provokateur bekannt, aber nationalsozialistisches und antisemitisches Gedankengut hätten die größten Bewunderer des Filmemachers nicht von ihm erwartet.

Lars von Trier versuchte bei der Pressekonferenz zu seinem Film zwar zu beschwichtigen, indem er sagte, dass Hitler nicht unbedingt ein guter Kerl war, er aber vieles von ihm verstehe. Von Triers Familie hat selbst deutsche Wurzeln, weshalb die Äußerungen über Israel als 'Ärgernis' und das Lob von Adolf Hitlers Architekten Albert Speer als eindeutige Provokation zu verstehen sind. Er beendete die Pressekonferenz mit dem Satz: 'Okay, ich bin ein Nazi'.

Pressekonferrenz mit Lars von Trier: 'Ich bin ein Nazi'

Kirsten Dunst, die in Triers Film 'Melancholia' die Hauptrolle spielt, war sichtlich geschockt über die Aussagen ihres Regisseurs. Auch Mel Gibson sorgte bereits mit antisemitischen Äußerungen für Empörung, was in den USA einem Karriere-Selbstmord gleichkommt. Doch Jodie Foster, die fast sechzehn Jahren keinen Film mehr gedreht hat, führte in Cannes ihren neuen Streifen 'The Beaver' vor, in dem eben jener Mel Gibson der Hauptdarsteller ist. Diese Woche startet Fosters Film auch in Deutschland Premiere. In Cannes rutschte das US-Drama erst recht spät als Sondervorführung in das Programm.

Die südfranzösischen Filmfestspiele gehen jetzt nur noch knapp drei Tage und so langsam kristallisieren sich auch die Favoriten heraus: Neben Terrence Malicks 'Tree of Life' mit Brad Pitt und Sean Penn gilt auch Aki Kaurismäkis 'Le Havre' als Spitzenreiter für eine Goldene Palme. Schade, dass Lars von Trier, der bereits 2000 für 'Dancer in the Dark' den Hauptpreis gewann, bei den Filmfestspielen in Cannes 2011 das Publikum nur mit seinen Aussagen auf die Palme bringt.

Quelle: zeit.de, faz.net
Bild: YouTube

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