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"La Zona" und "In jeder Sekunde" - Kino im Dezember

Die Kinostarts der Woche sind der mexikanische Thriller "La Zona" und das deutsche Episodendrama "In jeder Sekunde". In beiden Filmen ziehen die Menschen Grenzen und Mauern um sich herum, um sie anschließend mit aller Gewalt einzureißen.

Der Jugendliche Miguel (Alan Chávez) lebt in den mexikanischen Slums, nicht weit von einer durch Stacheldrähte und Sicherheitsanlagen abgeschotteten Wohnsiedlung mit dem Namen "La Zona". Als ein Unwetter das Sicherheitssystem beschädigt, dringen Miguel und zwei Freunde in die Anlage ein und verüben einen Einbruch mit Mord. Eine Hysterie bricht in der Siedlung aus und die zivilisierten Bewohner werden zu erbarmungslosen Jägern. Miguel kann sich in einem Keller verstecken, wo er auf Alejandro trifft (Daniel Tovar). Währenddessen bricht in der Gemeinschaft langsam aber sicher das Chaos aus, durch gegenseitige Vorwürfe bishin zur Gewalt zeigen die Bewohner von "La Zona" ihre wahren Gesichter.

Trailer zum mexikanischen Thriller-Drama "La Zona"

Das Kinodebüt des Regisseurs Rodrigo Plá ist auf Festivals rund um den Globus mit Preisen überhäuft worden. Die besonders gelungene Mischung aus realitätsnahem Thrill und ehrlicher aber zurückhaltender Gesellschaftkritik machen "La Zona" zu einem lateinamerikanischen Juwel. Durch die Kombination von Total-Aufnahmen der Siedlung, Überwachungsvideos und unruhiger Handkamera schafft der Film die visuelle Umsetzung der klaustrophobischen Zustände einer solchen "Gated Community". Zugleich treibt die Erzählweise moralische Fragen um Selbstjustiz und Klassengesellschaft an. Es scheint, als könnte sich Rodrigo Plá bald mühelos neben Alejandro González Iñárritu, Alfonso Cuarón und Guillermo des Toro in die Reihe international erfolgreicher Regisseure aus Mexiko einordnen.

Die Protagonisten aus "In jeder Sekunde" ziehen solche Grenzen auf emotionaler Ebene um sich. Der Psychiater Dr. Frick (Sebastian Koch) z.B. kommt nicht mit der Krankheit seiner Tochter zurecht und lässt seine Frau Anna (Barbara Auer) emotional mit dem Problem um die 11-Jährige im Stich. Die DJane Sarah (Mina Tander) hingegen versucht von ihrem drogenabhängigen Freund Christoph (Wotan Wilke Möhring) loszukommen. Sowohl Dr. Frick als auch Sarah lernen neue Menschen kennen und versuchen sich mehr oder weniger erfolgreich von ihren Partnern zu trennen. Gefühle um Verantwortung, Sehnsucht und die Frage nach dem Gewissen machen die Entscheidungen im Leben von sechs Menschen nicht einfach.

Trailer zum deutschen Drama "In jeder Sekunde"

Ein stark auspielendes Ensemble begleitet die beeindruckende Atmosphäre aus "In jeder Sekunde". Regisseur Jan Fehse arbeitete bisher als Kameramann im Fernsehen und für Kinofilme wie "Goldene Zeiten". Mit seinem Debüt als Chef am Set beweist er, wie viel Wert er auf aussagekräftige Bilder legt, überzeugt aber ganz nebenbei durch starke Dialoge in einer realistischen Chaos-Geschichte um die Liebe. "Das Leben der Anderen"-Darsteller Sebastian Koch steht in diesem Episodendrama ebenso für sich selbst wie die Shooting-Stars Mina Tander und Wotan Wilke Möhring. Sie alle schaffen es "In jeder Sekunde" ihre persönliche Note zu verleihen und den Film um jeweils einen subjektiven Blick auf das Thema Liebe zu bereichern.

Grenzen sind nicht gleich Grenzen. Als Thema im übertragenden Sinn sind sie aber sowohl als Metapher für gescheiterte Beziehungen unterhaltsam, als auch in einer Parabel über von Sicherheit besessene Menschen. Daher kann man "La Zona" und "In jeder Sekunde" für einen Kinobesuch im Dezember wärmstens empfehlen.

Quelle: Kino.de, imdb.com
Bild: LaZona-DerFilm, InJederSekunde

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