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Klassik: Die Toten Hosen erinnern an "Entartete Musik" aus der NS-Zeit

Die Nazis brandmarkten Musik von Komponisten, die nicht in ihr faschistisches Weltbild passten, als "entartete Musik" und dazu organisierten sie eine Ausstellung, um genau diese Kompositionen an den Pranger zu stellen - jetzt organisierte die Robert Schumann Musikhochschule drei Konzerte zum Thema "Entartete Musik"und sie holten sich "Die Toten Hosen" dazu.

Insgesamt 36 Kinder des Humboldt-Gymnasiums stehen auf der Bühne in der Düsseldorfer Tonhalle und singen das "Lied der Freundschaft" aus der Kinderoper "Brundibär". Vor etwa 69 Jahren taten dies jüdische Kinder im KZ Theresienstadt, wo die Oper uraufgeführt wurde. Keins von ihnen hat überlebt. Auch der Komponist der Oper, Hans Krása, starb in den Gaskammern der Nazis.

Im Vordergrund stehen vier Sänger, die die Comedian Harmonist darstellen sollen. Einer von ihnen ist Campino, der Sänger der "Toten Hosen", der natürlich aufgrund seiner nicht ausgebildeteten klassischen Stimme heraussticht. Ob positiv oder negativ, sollte jeder Zuschauer selbst entscheiden. Campino weiß aber, dass er nicht mit seinen Mitstreitern konkurrieren kann und nutzt seinen Auftritt für selbstironische Einlagen.

Warum die Musikhochschule sich die "Toten Hosen" für ihr Klassikkonzert dazu geholt haben, das erklärt Thomas Leander, Prorektor der Robert Schumann-Musikhochschule: "Die Toten Hosen haben schon immer entschieden gegen Rechts Stellung bezogen." Er habe Düsseldorfer Musiker aus allen Sparten für sein Projekt gewinnen wollen.

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