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Kinostart: "Her" - Film von Spike Jonze

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Der Film "Her" von Regisseur Spike Jonze ist eine Science-Fiction-Romanze, die von der Liebe zwischen einem Mann und einem Betriebssystem erzählt. Kinostart in Deutschland ist der 27. März 2014.

Die Handlung:

Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) arbeitet in einer Liebesbrief-Fabrik und schreibt als Autor ergreifende und sehr persönliche Briefe. Aber während er mit diesem Beruf andern Menschen dabei hilft glücklich zu sein, fehlt Theodore das private Glück. Er hat noch immer an der Trennung von seiner Ex-Frau Catherine (Rooney Mara) zu knabbern und er fühlt sich allein und einsam. Seine Nachbarin und Freundin Amy (Amy Adams) versucht stets ihn aufzumuntern, aber auch ihre Ehe mit Charles (Matt Letscher) ist nicht besonders glücklich. Theodore zieht sich immer weiter zurück und lebt in einer Welt, die aus kaum mehr als Videospielen und Telefonsex besteht. Eines Tages kauft er sich ein neues, hochmodernes Betriebssystem und installiert dieses auf seinem Computer. Theodore muss ein paar persönliche Fragen beantworten und das Programm, das mit einer artifiziellen Intelligenz ausgestattet ist, generiert eine Freundin für ihn. Sie hat eine Stimme und einen Namen: Samantha (die Originalstimme wird gesprochen von Scarlett Johansson). Die charmante Samantha begleitet ihn von nun an überall hin, sie sortiert Theodores E-Mails, sucht Songs aus und wird zur liebsten, weil perfekten, Gesprächspartnerin. Theodore überwindet seine Depression, beginnt langsam, wieder Freude zu empfinden und schließlich verliebt er sich - genau wie Samantha. Eine ungewöhnliche Romanze beginnt aber sie bringt auch Probleme mit sich…

VIDEO: Deutscher Trailer von Spike Jonze' Film "Her"

Apple ging mit seiner Sprachsoftware Siri einen Schritt Richtung Zukunft. Was aber wäre, wenn ein Betriebssystem nicht nur mit uns sprechen, sondern unser gesamtes Leben organisieren würde? Und wie wäre es, wenn das Computerprogramm wirklich zum Leben erweckt werden könnte, uns dabei perfekt versteht und sogar über ein eigenes Bewusstsein verfügt? Wie sähe dann unser Leben aus?

In der Sci-Fi-Romanze spinnt der mehrfach preisgekrönte Regisseur Spike Jonze genau diese Idee weiter. Und das Betriebssystem wird im für fünf Oscars nominierten Film "Her" sogar weit mehr als nur eine Freundin. Für den Protagonisten, gespielt von Joaquin Phoenix, wird seine Samantha zur "Frau", die er liebt.

Spike Jonze betrachtet diese komplett technologisierte Welt in "Her" kritisch, aber nicht pessimistisch. Die "nahe Zukunft", die er uns in "Her" präsentiert wirkt echt, und nicht überzeichnet. (Witzig: In der Zukunft tragen die Männer ihre Hosen wieder wie in der Vergangenheit - bis an den Bauchnabel gezogen.) Der technische Fortschritt bringt Erleichterung, Entspannung und organisiert das komplette Leben.

Ständig sind die Menschen mit irgendeinem System verbunden und über einen Knopf im Ohr lassen sie sich ihre Mails vorlesen, über die Nachrichten informieren, sie tauschen Musik aus und lassen sich morgens wecken. Und alle sprechen unentwegt vor sich hin - egal wo sie sich befinden. Jonze zeigt uns dieses "Aneinander-vorbei-existieren" zwar sehr eindringlich auf, aber ohne einen mahnenden Finger zu heben. Und mitten in dem etwas unterkühlten Szenario entwickelt sich dann eine echte Liebe - zwischen Computer und Mensch. Und das geschieht auf eine sonderbar natürliche Art - als wäre das gar nichts Außergewöhnliches.

Die ersten Gespräche, das Kennenlernen, das erste Mal Sex, die Angst vor Nähe und Zurückweisung - das sind alles Fragen, die sich alle Verliebten stellen. So auch Theodore und Samantha. Die anfangs so absurd scheinende Geschichte bekommt so etwas reales und wirklich herzerwärmendes. Leider weist "Her" etliche Längen auf und die Probleme, auf die das ungleiche Paar zusteuert, sind etwas zu offensichtlich. Dennoch ist der Film "Her" wirklich berührend und an einigen Stellen auch ungemein komisch.

VIDEO: Deutscher Trailer von Spike Jonze' Film "Her"

Mit seiner Sci-Fi-Romanze "Her" erreicht Regisseur Spike Jonze nicht durchgängig das selbe Niveau, wie in seinen Meisterwerken "Being John Malkovich" oder "Adaption". Er beweist aber mal wieder, dass er ein wahrhaft origineller Filmemacher ist und "Her" ist definitiv sehenswert.

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