Excite

Kino-Neustarts im April: Wahre Geschichten auf der Leinwand

In diesem Jahr tummeln sich viele Verfilmungen wahrer Geschichten in den Filmcharts. Mal näher an den Tatsachen, mal etwas freier erzählt, überzeugen die Filme nur teilweise.

Bei den Neustarts konnte der US-Thriller "21" von Robert Luketic die Spitzenposition erreichen. Der Streifen um die Mathematikstudenten, die tatsächlich seit den späten Siebzigern durchs Kartenzählen ein Vermögen beim Blackjack erspielen, startete mit für einen Spitzenreiter relativ schwachen 175.000 Kinogängern.

Eine anderer Neustart enttäuscht dagegen auf ganzer Linie. Die 18 Millionen Euro teure, deutsche Produktion "Der Rote Baron" konnte trotz schwacher Konkurrenz in der Startwoche nicht mehr als 80.000 Besucher anziehen. Das Weltkriegsepos über den Jagdflieger Manfred von Richthofen konnte somit weder Publikum noch Kritiker überzeugen.

Dennis Gansels packendes Drama "Die Welle" mit Jürgen Vogel konnte auch nach einem Monat noch immer 150.000 Besucher locken. Der Film, der auf einem in den USA durchgeführten Schulexperiment von 1968 basiert, schiebt sich in den Jahrescharts damit auf Platz 5 mit insgesamt mehr als 1,7 Millionen Zuschauern.

Tatsächlich ist im Kino in letzter Zeit wieder öfter zu hören "Beruht auf Tatsachen", aber warum fallen die Ergebnisse dabei so unterschiedlich aus? Besonders eng halten sich die Filmemacher an diese Tatsachen eher selten.

Bei "Die Welle" ist die Handlung vom USA der Sechziger Jahre ins heutige Deutschland gelegt worden. Das damalige Experiment sollte Schülern Diktaturen erklären und wurde abgebrochen, als es Gefahr lief außer Kontrolle zu geraten. Der Film hingegen zeigt die Geschehnisse, nachdem dies bereits passiert ist. Dem "Der Rote Baron" ist nachträglich eine ganze Liebesgeschichte angedichtet worden und man hat aus einer umstrittenen Legende eine Heldenfigur mit Sportsgeist gemacht.

Am ehesten den realen Ereignissen zu entsprechen scheint das Abenteuer zwischen Uni und Casino. "21" hält sich eng an die Romanvorlage von Ben Mezrich und die erzählt schließlich die wahre Geschichte der sechs Studenten, die Millionen machten.

Echtheit wird also belohnt? In den USA hält sich "21" jedenfalls hartnäckig in den Filmcharts und hat seit seinem Start Anfang März mit knapp 50 Millionen US-Dollardie Produktionskosten längst eingespielt. Nach dem mauen Start und dem entsprechenden Pressespiegel werden die Produzenten vom "Der Rote Baron" sich so ein Ergebnis nur wünschen können.

Quellen: Spiegel Online, Imdb.com
Bild: Jesus V (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017