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Kino - "Chiko" mit Denis Moschitto und Moritz Bleibtreu

"Wenn du der Beste sein willst, musst du Respekt kriegen. Wenn du Respekt kriegen willst, dann darfst du keinem anderen Respekt zeigen!"

So klingt das Motto von Chiko (Denis Moschitto) dem Titel gebenden Anti-Helden im Kino-Debut des nicht mal 30 Jahre alten Hamburgers Özgür Yildirim. Die Gangster-Klamotte ist auch in der Hansestadt angesiedelt, genau genommen in Dulsberg, einem der ärmsten Viertel Hamburgs. Der junge Türke Chiko hat von genau dieser Armut genug, er will ganz nach oben und illegale Mittel sind ihm dabei gerade recht.

Offizieller Trailer zu "Chiko"



Chiko schafft es durch oben erwähnte Respektlosigkeiten den Musikproduzenten und Drogendealer Brownie (Moritz Bleibtreu) auf sich aufmerksam zu machen und überzeugt ihn davon, Chiko und seine Freunde Tibet und Curly mit in seinem Dealer-Ring aufzunehmen. Chikos Aufstieg ist steil, seine Freunde verscherzen es sich aber bald mit dem Oberboss Brownie. So kommt es, dass Chiko bald an einem Scheideweg zwischen Freundschaft, viel Geld, Ehre und noch mehr Geld steht.

Der Film wurde von Erfolgsregisseur Fatih Akin produziert, der 2004 für "Gegen die Wand" den goldenen Bären auf der Berlinale erhielt. "Chiko" lief auf der diesjährigen Berlinale und erntet seit einigen Monaten Vorschuss-Lorbeeren, und das nicht zu Unrecht. Der Streifen ist deutlich inspiriert von Klassikern des Gangster-Genres, von Scorsese ("Goodfellas" 1990, "Casino" 1995) oder Brian De Palma ("Scarface" 1983, "Carlito´s Way" 1993). Dennoch spricht der Film seine eigene Sprache, nicht zuletzt weil echte Hamburger wie Yildirim und Akin am Werk waren. Dadurch ist die nordische Ganovenszene feinfühlig und glaubwürdig inszeniert worden, ohne als überzogene Gangsterfilm-Hommage zu wirken. Ebenso lobenswert ist die authentische Spielweise der Darsteller. Ihre Sprache, ihr Umgang miteinander, alles in diesem Film strahlt eine umheimlich große Energie aus. Das Schnörkellose, das Ungeschönte und der ausbleibende sozialkritische Anspruch machen aus dem Stoff durchaus unterhaltsame neunzig Minuten.

Und so sah es beim Dreh aus



Dennoch wird "Chiko" die Gemüter teilen. Bereits jetzt wird die teilweise recht drastische Gewaltdarstellung kritisiert. Wenn auch von einem Regisseur türkischer Herkunft gedreht, streitet man sich ebenso um die unwürdige Darstellung junger Türken in Deutschland. Außerdem debutiert in diesem Film auch die Deutsch-Türkin Reyhan Sahin, den meisten besser bekannt als Rüpel-Rapperin Lady Bitch Ray.

In einer Nebenrolle gibt sie die türkische Prostituierte. Neben Deutschlands Vorzeige-Ganoven Moritz Bleibtreu und dem überaus beeindruckendem Nachwuchstar Denis Moschitto schließt Reyhan Sahin den Kreis der perfekten Besetzung. Die junge Frau braucht eigentlich nur einmal vor die Kamera zu treten und ganz Deutschland streitet über sie.

Quellen: FAZ.net, www.chiko-derfilm.de
Bild: www.chiko-derfilm.de

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