Excite

Israelischer Film "Levanon" gewinnt in Venedig

Zum ersten Mal konnten sich ein israelischer Regisseur den Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig krallen. Bei der 66. Auflage des A-Festivals am Lido war es Samuel Maoz' Beitrag "Levanon", der die Jury überzeugte, aber auch deutsche Filme wurden ausgezeichnet.

In "Levanon" verarbeitet Regisseur Samuel Maoz eigene Erlebnisse als Soldat im Libanon -Feldzug 1982. Im Film muss eine Gruppe junger Soldaten in einem Panzer hinter die feindlichen Linien. Verängstigt, vom Weg abgekommen und im Stich gelassen beobachten die jungen Männer das Kriegsgrauen aus dem Zielfernrohr und greifen schließlich ein.

Wie "Zeit Online" berichtet, widmete Maoz seinen Goldenen Löwen all jenen "die aus dem Krieg zurückkommen, ein scheinbar normales Leben aufnehmen, während der Schmerz über das Geschehene sie doch niemals verlässt." Er selbst habe sein Trauma nun verarbeiten können. Der Silberne Löwe für die beste Regie ging an die iranische Künstlerin Neshat, die mit der deutschen Produktion "Women Without Men" hervorstach. Außerdem durfte sich der Hoffnungsträger des deutschen Films Fatih Akin über den Spezialpreis der Jury freuen. Sein erster Komödienversuch "Soul Kitchen" ist ebenso schräg wie erfolgreich, die Chaos-Geschichte um ein Hamburger Restaurant ist der im Mai verstorbenen Monica Bleibtreu gewidmet und kommt im Dezember in die Kinos.

Große Namen wie Michael Moore, Werner Herzog oder John Hillcoat blieben unprämiert, zur Enttäuschung von Silvio Berlusconi konnte auch keine der zahlreichen italienischen Produktionen Preise gewinnen. Festivalchef Marco Müller war zufriedens, sowohl mit der Auswahl als auch mit dem Ablauf der 66. Internationalen Filmfestspiele von Venedig, im Februar erwartet uns mit der Berlinae dann das nächste große Festival.

Die Preise in Venedig
  • Goldener Löwe (Bester Film): "Libanon" von Samuel Maoz
  • Silberner Löwe (Beste Regie): "Women Without Men" von Shirin Neshat
  • Spezialpreis der Jury : "Soul Kitchen" von Fatih Akin
  • "Coppa Volpi" (Bester Schauspieler): Colin Firth in "A Single Man" von Tom Ford
  • "Coppa Volpi" (Beste Schauspielerin): Ksenia Rappoport in "La doppia ora" von Giuseppe Capotondi
  • Marcello-Mastroianni-Preis (beste schauspielerische Nachwuchsleistung): Jasmine Trinca in "Il grande sogno" von Michele Placido
Bild: www.labiennale.org

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017