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Irak-Krieg beendet: Barack Obama zieht Bilanz, Krieg schuld an flauer Wirtschaft

In einer TV-Ansprache an die amerikanische Bevölkerung setzte US-Präsident Barack Obama einen Schlussstrich unter den Irak-Krieg. Er erklärte ihn für beendet und machte den Kampfeinsatz gleichzeitig dafür verantwortlich, dass die Wirtschaft in den USA derzeit eine Flaute erlebt. War es nur eine Wahlkampfrede?

Siebeneinhalb Jahre dauerte der Kampfeinsatz der US-Truppen im Irak. Obama nannte ihn von Anfang an einen 'dummen Krieg' und betonte in seiner Ansprache, dass er stets dagegen war. Ansonsten war in seiner Rede aber wenig von Siegesstimmung zu spüren. 4.418 amerikanische Soldaten seien gefallen, über 32.000 verletzt. Auf Seiten des Irak verloren über 9.500 Soldaten und Polizisten ihr Leben und über 112.000 Zivilisten kamen ums Leben.

Ein kompletter Abzug der US-Truppen bedeutet das von Obama verkündetete Ende aber noch nicht. Denn über 50.000 Soldaten blieben weiterhin dort, berichtet ZEIT online. Ihr Auftrag sei nun der Wiederaufbau des Landes und der Kampf gegen Terrorismus. Man habe es zwar geschafft, einen Diktator zu entmachten, doch danach stürzte das Land in Chaos und Terror, auch weil die USA keinen Plan nach dem Kriegsplan gehabt hätten.

Trotzdem sagte Obama in seiner TV-Ansprache: 'Heute Abend erkläre ich, dass die amerikanische Kampfmission im Irak beendet ist. Diesen Krieg zu beenden, ist nicht nur im Interesse des Iraks - es ist auch in unserem Interesse.' Amerika habe für den Kriegseinsatz einen hohen Preis bezahlt, so Obama laut der Süddeutschen. Zu groß seien die innenpolitischen Probleme.

Mehr als eine Billion Dollar seien für den Krieg ausgegeben worden. Dieses Geld habe sich die USA häufig aus dem Ausland geliehen. Das habe zu Rekordschulden geführt und die Investitionen in die eigene Bevölkerung verknappt. Noch nie habe Obama die Gesamtkosten des Krieges so offen genannt. Gleichzeitig machte der US-Präsident diese hohen Ausgaben verantwortlich für die Wirtschaftsflaute in den USA.

Auch George W. Bush fand in seiner Ansprache Erwähnung und Obama versicherte, dass Bush mit bestem Gewissen für sein Land gehandelt habe. Er nannte ihn aber nicht wie gewohnt 'President Bush' (denn Präsident bleibt man auch nach der Abwahl), sondern lediglich 'Former President Bush'. Kritiker werfen Barack Obama nun vor, in Anbetracht der in zwei Monaten stattfindenden wichtigen Kongresswahlen mit seiner TV-Ansprache, in der er das Ende des Irak-Krieges verkündete, eher Wahlkampf zu betreiben und davon ablenken zu wollen, dass sein eigenes Wirtschaftsprogramm nicht zieht.

Barack Obamas TV-Ansprache

Bild: Website Weißes Haus Washington

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