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Interviews Before Execution: Todeskandidaten sind TV-Hit in China

Big Brother, DSDS, X-Factor und Co. - Das sind die TV-Formate, die in Deutschland und dem restlichen Europa am Wochenende für Quoten sorgen und den Abend ausklingen lassen. In China ist dem nicht so. Hier befindet sich gerade ein ganz anderes TV-Format auf der Beliebtheitsskala: 'Interviews Before Execution'.

Der Titel ist Programm: Es geht um Interviews, die kurz vor der Exekution, sprich der Todesstrafe, mit Mördern geführt werden. Vor fünf Jahren startete die 'Show' und bekam jetzt die beste Sendezeit, da immer mehr Menschen das Programm einschalteten. Insgesamt 40 Millionen Zuschauer verfolgen jeden Samstagabend die letzten Minuten der Todeskandidaten...

Die Zuschauer sehen Schwerstkriminelle, die in Handschellen und Fußfesseln gegenüber der Star-Moderatorin Ding Yu sitzen. Während zunächst Fragen zum Lieblingsfilm beantwortet werden, erläutern die Todeskandidaten schließlich ihre Motive und Verbrechen bis ins kleinste Detail, um am Ende ihre Reue zu bekunden und die letzten Worte an ihre Familien zu richten.

Was hat sich das Land mit der weltweit höchsten Hinrichtungsrate dabei wohl gedacht? Das Format sollte sich als 'Erziehungs-TV' an das Volk richten: Die Chinesen warnen und abschrecken, potentielle Kriminelle zurechtbiegen. Doch geboren ist eine Show, die weiterhin nur Menschenrechte verletzt, auch wenn die Moderatorin das anders sieht: "Die Interviews mögen grausam erscheinen. Aber die Häftlinge müssen dafür büßen, was sie getan haben."

Insgesamt 250 Interviews hat Ding Yu bereits geführt. Justizbeamte picken die Insassen heraus, deren Fälle geeignet sind, um die Öffentlichkeit zu 'erziehen'. Bisher haben nur fünf Kandidaten es abgelehnt ein Interview für das Format zu geben.

Die britische BBC strahlt am 12. März eine Doku über den chinesischen TV-Hit 'Interviews Before Execution' aus.

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