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Im Kino: 'Zarte Parasiten' und 'Rückkehr ans Meer'

Die Kinostarts bescheren uns diese Woche hochklassige Dramen aus Europa. In 'Zarte Parasiten' verfolg Robert Stadlober ein ungewöhnliches Lebensmodel, Francois Ozon erzählt in 'Rückkehr ans Meer' von Verlust und dem Umgang damit.

Jakob (Robert Stadlober) und Manu (Maja Schöne) aus 'Zarte Parasiten' leben ohne festen Wohnsitz und verdienen ihr Geld, indem sie sich bei fremden Leuten einnisten, die ihre Gesellschaft brauchen können. Als Jakob eines Tages Martin (Sylvester Groth) und dessen Frau kennenlernt, verändert sich die Situation. Das Ehepaar hat seinen eigenen Sohn verloren und sieht in Jakob einen möglichen Ersatz. Je mehr sie sich einander annähern, umso weniger scheint Jakob hinter dem gemeinsamen Leben mit Manu zu stehen.

- Hier gehts zum Trailer von 'Zarte Parasiten'

Die undurchsichtigen Mietnomaden aus 'Zarte Parasiten' suchen nach der Geborgenheit, die ihnen ein fester Wohnsitz nicht geben kann. Das ungewöhnliche Model führt jedoch zwangsläufig zu Problemen und es offenbart sich, dass Robert Stadlober und Maja Schön in diesem ruhigen Drama vielleicht nur auf der Suche nach eben genau diesem Ort sind, an dem sie bleiben können. Die Regisseure Christian Becker und Oliver Schwabe fangen dieses Gefühl als eine Art Angst vor dem Leben ein und inszenieren gleichzeitig Trauer und Schmerzen der Menschen, die auf die Hilfe ihrer 'Parasiten' angewiesen sind.

Auch Mousse (Isabelle Carré) aus 'Rückkehr ans Meer' muss mit einem Verlust zurecht kommen. Ihr Freund Louis (Melville Poupaud) stirbt an einer Überdosis, die beinahe auch sie das Leben gekostet hätte. Im Krankenhaus erfährt die Drogenabhängige, dass sie außerdem schwanger ist. Verzweifelt zieht sie sich in ein Strandhaus zurück, um für sich zu sein, aber nach einigen Monaten taucht Louis schwuler Bruder Paul (Louis-Ronan Choisy) auf und baut eine Beziehung zu der werdenden Mutter auf.

- Hier gehts zum Trailer von 'Rückkehr ans Meer'

Der Pariser Regisseur Francois Ozon zeigt sich bei den Filmfestspielen in Venedig gerade mit 'Potiche' von seiner humorvollen Seite. Das zuvor gedrehte Drama 'Rückkehr ans Meer' zeigt, was man eher von dem Franzosen gewohnt ist. Eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Gefühlen einer Frau, gleichzeitig eine sehr intensive Darstellung der César-Preisträgerin Isabelle Carré. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin steht dabei im Gegensatz zur Harmonie der poetischen Landschaftsaufnahmen.

Die Kinostarts vom 9. September setzen sich mit Verlust und Schmerz auseinander. Sowohl die Figuren aus 'Zarte Parasiten' als auch aus 'Rückkehr ans Meer' scheinen Angst davor zu haben, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen.

Bild: www.zarteparasiten.de, www.lerefuge-lefilm.com

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