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Im Kino: "Pompeii 3D"

  • Pompeii 3D/Facebook

Der Film "Pompeii 3D" startet am 27 Februar in den deutschen Kinos. Der Fim von Regisseur Paul W. S. Anderson ist visuell beeindruckend, enttäuscht aber inhaltlich.

Die Handlung:

Im Jahr 62 n. Chr. schlagen römische Truppen einen Aufstand von keltischen Reiterstämmen im nördlichen Britannien brutal nieder. Auf den Befehl von Corvus (Kiefer Sutherland) wird das gesamte Volk umgebracht. Der Junge Milo (Dylan Schombing) sieht mit an, wie seine Eltern umgebracht werden. Er selbst überlebt nur deshalb, weil man ihn bereits für tot hält. Nachdem die Soldaten abgezogen sind, wird Milo schließlich von Sklavenhändlern verschleppt.

17 Jahre später, im Jahr 79, wird das römische Reich noch immer von Intrigen zerfressen. Die Bevölkerung wird mit "Brot und Spielen" bei Laune gehalten. Der Sklave Milo (jetzt: Kit Harrington) arbeitet in Londinium als Gladiator. Er trägt den Namen "der Kelte". Er ist ein guter Kämpfer und Graecus (Joe Pingue) holt ihn aus der Provinz Rom in die florierende Stadt Pompeii. Dort muss der Neuankömmling gleich gegen den besten Gladiator Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje) antreten.

In Pompeii sieht Milo dann den Mann wieder, der damals seine Familie töten ließ. Und er trifft Severus‘ wunderschöne Tochter Cassia (Emily Browning) wieder. Sie wird im rauen Gladiatoren-Alltag sein einziger Lichtblick. Die Liebesbeziehung mit der Bürgerstochter ist jedoch von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Der mächtige Senator Corvus (Kiefer Sutherland) will Cassia zur Frau nehmen. Dann droht auch noch aus einer ganz anderen Richtung Zerstörung: Der Vesuv im Hintergrund rumort ungewöhnlich stark, er scheint sich zu regen. Eine Eruption des Berges würde aber nicht nur die Liebe zwischen Cassias und Milo beenden sondern gleich die gesamte Stadt Pompeij auslöschen..

TRAILER: "Pompeii 3D"

"Pompeii 3D" hätte in vielerlei Hinsicht einiges bieten können: Einen historischen Einblick in das alte Rom, ein Drama um Freiheit und Sklaventum, Unterdrückung und Rebellion, ein Spektakel über moralische und politische Konflikte der damaligen Zeit. Und auch eine großartige Romanze hätte es werden können. Letztlich bietet der Film von Regisseur Paul W.S. Anderson aber nur wenige nette, historische Details und Anspielungen, mehr nicht. Selbst Fernsehserien wie "Spartacus: Gods Of The Arena" oder "Rome" waren wesentlich komplexer und informativer, ja spannender und inhaltsgeladener.

In "Pompeii 3D" geben die Handlungszeit und der Ort Pompeii lediglich die Kulisse für eine quasi inhaltsleere Präsentation von Schauwerten und Action-Spektakel ab. Der Plot und die Figuren im Film weisen nicht die geringste Tiefe auf. Kiefer Sutherland verkörpert einen verkommenen Senator und den Inbegriff klischeehafter, römischen Dekadenz. Der "Games Of Thrones"-Star Kit Harrington spielt die Hauptrolle, den Milo. Er sieht immer gut aus, darf aber auch nicht mehr tun als Muskeln zeigen. Emily Browning als Cassia zeigt hin und wieder mal ihre nackten Beine und spricht die am unglücklichsten geratenen Dialoge, über Muskeln und Güte beispielsweise.

In den Action- und Kampfszenen sowie der Asche-Regen-Apokalypse am Schluss des Films steckt letztlich mehr Substanz, als in ganzen Rest von "Pompeii 3D". Man erfährt fast nichs über die Stadt Pompeii, weder von den Machtverhältnissen, noch dem Status der Bürger im Vergleich zu dem im alten Rom. Die Erzählung steckt nur in den Bildern. Und in den Kampfszenen der Gladiatoren. Die Liebesgeschichte wirkt konstruiert, die Emotionen springen nicht auf das Publikum ueber.

TRAILER: "Pompeii 3D"

Mitfiebern ist jedoch bei den ausgedehnten, finalen Vulkanausbruchs-Szenen angesagt. Hier ist Regisseur Anderson spürbar in seinem Element und beweist sein Können: Das von Wellen gepeitschte Meer und Schiffe, die dem heranrollenden Inferno nicht entkommen können. Die in totaler Panik davon rennenden Menschenmassen gegen deren Strom Milo rennt. Die riesige Aschewolke, aus der Milo, längst verloren geglaubt, plötzlich hervorspringt oder das Schiff, das mit einer enormen Wassermassen in die Stadt gespült wird. Der Einsatz der 3D-Technik ist dabei nicht übermäßig stark sondern einfallsreich eingesetzt und verleiht gerade dem Untergangsszenario am Ende eine wirklich unglaubliche und plastische Wirkung.

Fazit: "Pompeii 3D" beeindruckt visuell und weist einige sehr sehenswerte Action-Höhepunkte auf. Die Handlung ist aber überaus dürftig und enttäuschend.

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