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Im Kino: "Pazar - Der Markt" und "Paris, Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück"

In "Pazar - Der Markt" und "Paris, Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" geht es mehr oder weniger um die harte Realität der Wirtschaft. In einem Film trifft die Globalisierung einen ehrgeizigen Türken Anfang der 90er, der andere zeigt französische Pseudo-Künstler in argen Finanznöten kurz vorm zweiten Weltkrieg.

Der Händler Mihram (Tayanç Ayaydin) aus "Pazar - Der Markt" hat schon bessere Zeiten gesehen, sein türkisches Heimatdorf erlebt nicht gerade ein Wirtschaftshoch. Anfang der 90er-Jahre allerdings startet die lokale Telefongesellschaft ein Mobilfunknetz in der Osttürkei und Mihram sieht seine große Chance in einem Handyladen. Um das Kapital für die Lizenzen aufzubringen lässt er sich auf einen Arzneimittel-Schhmuggel ein. Allerdings klappt nichts wie es soll und so bleibt ihm bald nichts anderes übrig, als auch Diebstahl auf die Liste seiner Vergehen zu schreiben. Dazu kommt, dass die ansässige Mafia auch noch ihren Profit aus der Sache schlagen will und Mihram offensichtlich die Marktwirtschaft falsch eingeschätzt hat. Die Probleme häufen sich...

Trailer zum Kinodrama "Pazar - Der Markt"

Die größten Auswirkungen hat die Globalisierung auf die kleinsten Leute. Der Engländer Ben Hopkins hat die Globalisierung bereits 2006 in seiner hochgelobten Dokumentation "37 Uses for a Dead Sheep" thematisiert, erneut zieht es ihn nun in die zentralasiatische Türkei. Dabei gelingt es dem Filmemacher unheimlich gut, mit der fiktionalen Geschichte den Ansprüchen des realen Themas zu entsprechen. Das liegt einserseits daran, dass ebenso humor- wie gefühlvoll das menschliche Schicksal Mihrams im Zentrum steht. Dazu glänzt aber vor allem Hauptdarsteller Tayanç Ayaydin, der bei den Festivals in Locarno und Antalya für seine Leistung in "Pazar" ausgezeichnet worden ist.

Die Freunde Pigoil (Gérard Jugnot), Milou (Clovis Cornillac) und Jacky (Kad Merad) in "Paris, Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" haben es auch nicht einfach. Die drei Arbeitslosen versuchen in der französischen Hauptstadt im Jahr 1936 einen Musical-Hit zu fabrizieren, um ihre frühere Wirkungsstätte, das Theater "Chansonia", aus der Pleite wieder ins Leben zu rufen. Nur dann hätte Pigoil eine Chance, das Sorgerecht für seinen Sohn zurückzubekommen. Wenn sich die drei auch für begabter halten, als sie es letzten Endes sind, ihre neu entdeckte Sängerin Douce (Nora Arnezeder) hat das Zeug zum Star. Das findet allerdings auch ein einflussreicher Pariser Gangster, der nur eine der Widrigkeiten auf dem Weg zum Erfolg darstellt.

Trailer zu "Paris, Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück"

Nach seinem Oscar-nominierten Riesenerfolg "Die Kinder des Monsieur Mathieu" bringt Regietalent Christophe Barratier in seinem zweiten Spielfilm erneut großes Gefühlskino und Musik zueinander. Der besondere Mut, schon in seinem zweiten Film Humor und soziale Dramatik der 30er-Jahre zu vereinen, wird belohnt. Die Gradwanderung gelingt, so dass jeder Freund von Tragikomödien hier bestens unterhalten sein sollte, speziell aber Fans von Paris und Chansons. Für "Paris, Paris!" konnte Barratier auf einige Mimen aus seinem Erstling zurückgreifen, so dass zu den wunderschön romantischen Sets ein eingespieltes Darsteller-Team kommt. Dazu gesellt sich mit der absolut zauberhaften Nora Arnezeder eine Newcomerin des französischen Kinos mit hohem Potential.

Das tragische an der Komödie oder das komische an der Tragödie, den richtigen Ton in diesem Genre zu treffen ist niemals leicht. "Pazar - Der Markt" und "Paris, Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" meistern dies jedoch mit Bravour und werden so zum gelungenen Abschluss dieses Kino-Novembers.

Quelle: Kino.de, imdb.com
Bild: Pazar-der-Film.de, Bild: Paris.Film.de

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