Excite

Im Kino 'Nader und Simin' und 'Swand'

Mit 'Nader und Simin - Eine Trennung' startete gestern der iranische Gewinner der diesjährigen Berlinale in den deutschen Kinos. Daneben startet das deutsch-portugiesische Drama 'Swans', in beiden Filmen stellen komplizierte familiäre Beziehungen den Ursprung von Konflikten dar.

In 'Nader und Simin' geht es um eine iranische Familie aus der gehobenen Mittelschicht. Simin (Leila Hatami) ist seit 14 Jahren mit Nader (Peyman Moadi) verheiratet, will für die gemeinsame Tochter aber andere Lebensumstände und auswandern. Nader hat Angst um seinen alzheimerkranken Vater, will in Teheran bleiben und akzeptiert die Entscheidung nicht. Tatsächlich reicht sie daraufhin die Scheidung ein, welche vom Familiengericht allerdings abgelehnt wird.

- Hier gehts zum Trailer von 'Nader und Simin - Eine Trennung'

Daraufhin zieht Simin aus und lässt Mann und Tochter zurück. Nader bekommt Hilfe von der schwangeren Razieh (Sareh Bayat), die seinen Vater betreuen soll. Die junge Frau aus der religiösen Unterschicht ist schnell mit der Situation überfordert und fesselt den alten Mann eines Tages fest, um einen Arzttermin wahrnehmen zu können. Nachdem Nader seinen Vater findet, beschimpft er Razieh und schubst sie aus der Wohnung. Die stürzt und verliert daraufhin ihr ungeborenes Kind, was alle Beteiligten in eine völlig neue Situation bringt.

Im Jahr 2009 erhielt der iranische Regisseur Asghar Farhadi auf der Berlinale bereits den Silbernen Bären für die beste Regie, dieses Jahr konnte er dann sogar den Goldenen Bären für 'Nader und Simin' nach Teheran holen. Das Drama zeichnet ein ergreifendes Bild verschiedener iranischer Familien und bewegt sich dabei jenseits jeglicher Klischees und verzichtet auf übermäßige Politisierung. 'Nader und Simin' erzählt eine bewegende Geschichte, ist intensiv gespielt und hat sich die internationalen Lorbeeren mehr als verdient.

In 'Swans' sieht sich der Jugendliche Manuel (Kai Hillebrand) mit für ihn neuen Gefühlen konfrontiert, als er zum ersten Mal seine Mutter Maria Schuster) treffen soll. Zusammen mit seinem Vater (Ralph Herforth) reist er aus Portugal nach Berlin, um dort feststellen zu müssen, dass seine Mutter nicht nur in einer lesbischen Beziehung lebt, sondern auch im Sterben liegt. Regisseur Hugo Vieira da Silva bringt viel Persönliches in 'Swans', abgesehen von seiner portugiesischen Heimat begleitete er einst eine Freundin beim Sterben. Mit viel visuellem Fingerspitzengefühl erzählt er hier eine Geschichte über komplizierte Beziehungen, das Erwachsenwerden und innere Leere.

- Hier gehts zum Trailer von 'Swans'

Familiendramen gibt es eben in allen Kulturen und nicht selten lässt sich daraus eine ergreifende Geschichte für die Leinwand konstruieren. 'Nader und Simin' und 'Swand' sind seit gestern in den deutschen Kinos zu sehen.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017