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Im Kino: 'London Nights' und 'Mademoiselle Chambon'

Der heutige Kino-Donnerstag gehört europäischen Filmemachern und ihren gefühlsbetonten Dramen. In 'London Nights' ziehen unterschiedliche Menschen durch das Nachtleben der englischen Künstlermetropole auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück. Das französische Drama 'Mademoiselle Chambon' zeigt einen eigentlich treuen Familienvater in einer moralischen Zwickmühle.

Der Spanier Axl (Fernando Tielve) aus 'London Nights' kommt in die englische Hauptstadt, um seinen leiblichen Vater zu finden. Dort trifft er auf die Belgierin Vera (Deborah Francois), die über den Schmerz einer verlorenen Liebe hinwegzukommen vesucht. Sie beginnt eine Affäre mit dem mysteriösen Röntgenmann (Michiel Huisman), ohne, dass sie sich auch nur ihre Namen verraten. Zu dritt ziehen sie durch die verrückten Partynächte Ost-Londons und versuchen sich so ihren persönlichen Zielen näherzubringen oder erst mal herauszufinden, welche das überhaupt sind.

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Der argentinische Regisseur Alexis Dos Santos schaffte es mit seinem zweiten Spielfilm in den Wettberwerb um den Großen Preis der Jury beim Sundance Festival. 'London Nights' ist auch ein typischer Sundance-Film, ein Independent -Drama mit frischen Gesichtern, gefühl- wie humorvoll und mit einem eigenwilligen Blick auf das Nachtleben einer der Metropolen schlechthin. Ohne, dass der Plot konsequent ein bestimmtes Ziel verfolgt werden hier die Geschichten orientierungsloser junger Menschen zusammengewürfelt. Dabei geht es mehr um das Gefühl einer Atmosphäre, als um eine abgeschlossene Handlung. Pflicht ist 'London Nights' somit für Fans der Stadt, aber auch alle anderen machen mit dem Film nichts falsch.

Der Maurer Jean (Vincent Lindon) aus 'Mademoiselle Chambon' hat ein einfaches aber glückliches Leben mit seiner kleinen Familie im . Als er eines Tages seine Tochter von der Schule abholen soll, lernt er deren Lehrerin Véronique Chambon (Sandrine Kiberlain) kennen. Zunächst scheinen die beiden Welten voneinander entfernt zu sein, aber Jean ist fasziniert von der jungen Frau. Verschiedene Umstände führen dazu, dass Jean Reparaturen an Véroniques Haus übernimmt und ihre musikalische Ader entdeckt. Die beiden kommen sich immer näher, bald fühlt sich Jean gefangen zwischen der moralischen Verantwortung gegenüber seiner Familie und der Faszination für Mademoiselle Chambon.

- Hier gehts zum Trailer von 'Mademoiselle Chambon'

Das französische Drama könnte kaum alltäglicher sein und genau aus dieser unspektakulären Konstellation gewinnt es seine große Stärke. Regisseur Stéphane Brizé gewann für das adaptierte Drehbuch zu 'Mademoiselle Chambon' den diesjährigen César, das ist brillianten und authentischen Dialogen zu verdanken. In den Szenen, in denen gar nicht gesprochen wird, inszeniert Brizé mit ebenso viel Sorgfalt, so dass 'Mademoiselle Chambon' eine ständige Gänsehaut garantiert. Alles in allem funktioniert das Drama aber nur so außergewöhnlich gut, weil die Hauptdarsteller Vincent Lindon und Sandrine Kiberlain eine so erstklassig aufeinander abgestimmte Darbietung liefern.

Am heutigen Donnerstag lassen wir die Hollywood-Starts mal wieder ein wenig am Rande, den Englands und Frankreichs Filme laden zum Kinobesuch. Das fanzösische Drama 'Mademoiselle Chambon' besticht durch das Besondere in seiner Alltäglichkeit, ähnlich authentisch, aber ein wenig humorvoller geht es in 'London Nights' zu.

Bild: www.londonnights.de/, www.arsenalfilm.de/mademoiselle-chambon/

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