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Im Kino: Lars von Triers "Antichrist"

Lars von Triers neuer Film "Antichrist" startet am Donnerstag in den deutschen Kinos und ist sicherlich eine Diskussion wert. Mit Filmen wie "Dancer in the Dark", "Dogville" oder der frühen Dogma-Reihe hat sich der Däne einen Namen als internationale Arthouse-Legende mit dem Hang zum Schmerzhaften gemacht. In "Antichrist" führt er diese Tradition in einem neuen Rahmen fort.

Ein namenloses Ehepaar ist in tiefer Trauer. Während sie Sex hatten fiel ihr unbeaufsichtigtes Kind aus dem Fenster und starb. Sie (Charlotte Gainsbourg) ist fortan ein psychisches Wrack, woraufhin er (Willem Defoe) entscheidet, sie nach "Eden" zu bringen. "Eden" ist der Namen, den das Paar einer abgelegenen Hütte in einem einsamen Wald gegeben hat. Dort wollen die beiden ihren Schmerz verarbeiten, ihr Trauma überwinden und ihre Ehe wieder in den Griff kriegen, aber es kommt ganz anders...

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Aus dem therapeutischen Trip wird eine scheinbar von der Natur gesteuerte Orgie aus Sex und Gewalt. Lars von Trier setzt dies schonungslos und mit dem größtmöglichen Einsatz seiner einzigen beiden Darsteller Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg um. Gerade die explizite und brutale Darstellung von Sex spaltete auch das Publikum in Cannes, wo "Antichrist" uraufgeführt wurde. Die Qualität der schauspielerischen Leistungen kann man indes aber kaum bestreiten.

Für die einen ist Lars von Trier maßlos überschätzt, für die anderen ist der Oscar- nominierte Däne ein Genie. In "Antichrist" führt er seine Schauspieler jedenfalls nicht nur bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, er verbindet auch christliche Motive und die Psychologie eines Geschlechterkampfs zu einer schonungslosen filmischen Provokation. Die handwerklich perfekte Kameraarbeit, die symbolische Bildsprache und die Musik tragen entscheidend zur dichten Atmosphäre bei. "Antichrist" wird nicht jedem Zuschauer gefallen, aber vermutlich jedem im Gedächtnis bleiben.

Bild: www.antichristthemovie.com

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